Höchstes UN-Gericht: Japan darf keine Wale mehr jagen

Walfang "nicht wissenschaftlich"

Japan darf in der Antarktis keine Wale mehr jagen. Das hat der Internationale Gerichtshof entschieden. Denn Japan verstoße mit der Jagd auf die Meeressäuger gegen ein Moratorium von 1986, entschied das höchste UN-Gericht in Den Haag.

Grauwal
Dieser Grauwal kann aufatmen: Japan darf nicht mehr so viel jagen
picture-alliance/ dpa, Armando Arorizo 6757356

Das Land muss sein umstrittenes Forschungsprogramm nun zumindest in der Antarktis einstellen. Denn die Jagd diene "keinem wissenschaftlichen Zweck", erklärte Gerichtspräsident Peter Tomka. Australien und Neuseeland hatten Japan 2010 verklagt, da es trotz des internationalen Verbotes weiterhin kommerzielle Jagd auf Großwale betreibe.

Japan bezieht den größten Teil des Fleisches, das manchen Japanern als Delikatesse gilt, aus dem Schutzgebiet um den Südpol. Tokio hatte schon zuvor erklärt, dass es sich dem Spruch der 16 Richter beugen werde. Das Urteil des UN-Gerichts ist bindend, eine Berufung ist nicht möglich.

Sollte sich Japan wider Erwarten dem Richterspruch widersetzen, könnte nur der UN-Sicherheitsrat die Durchsetzung erzwingen. Bisher aber hatten sich in den meisten Fällen die Staaten dem Urteil des UN-Gerichtes gebeugt. Tokio könnte allerdings sein Forschungsprogramm überarbeiten, so dass es juristischen und wissenschaftlichen Kriterien entspricht.

Erfolg für die Wal-Schützer

Das Urteil sei längst überfällig gewesen, erklärte der Deutsche Tierschutzbund: "Wir freuen uns über dieses starke Signal aus Den Haag, das dem sinnlosen Töten in der Antarktis - unter fadenscheinigen Gründen und Nutzung rechtlicher Lücken - nun hoffentlich auch langfristig Einhalt gebietet." Unter dem Deckmäntelchen der Forschung habe Japan in den vergangenen 20 Jahren mehr als 10.000 Großwale getötet, darunter Finn-, Sei-, Zwerg-, Bryde- und Pottwale.

Der WWF sprach von einer "Sternstunde für den weltweiten Walschutz". Auch Greenpeace begrüßte das Urteil. "Jeder weitere Versuch der japanischen Regierung, das Walfangmoratorium zu umgehen, wäre unethisch, unzeitgemäß und unwirtschaftlich."

Der Walfang ist weltweit eigentlich verboten. Japan nutzte ein Schlupfloch in der betreffenden Konvention, die das Schlachten "zu wissenschaftlichen Zwecken" erlaubt. Damit ist jetzt erst mal Schluss. Doch für Greenpeace geht der Kampf gegen die Walfänger weiter: Denn trotz des Urteils wollten Norwegen und Island ihre Jagd auf Wale fortsetzen.