Spanien bald Hochinzidenzgebiet

Risikogebiet, Hochinzidenzgebiet & Virusvariantengebiet: Was bedeutet welche Einstufung für Urlauber?

In einigen Urlaubsländern breitet sich die Delta-Variante immer mehr aus. Die Folge: Strengere Regeln für deutsche Reiserückkehrer.
In einigen Urlaubsländern breitet sich die Delta-Variante immer mehr aus. Die Folge: Strengere Regeln für deutsche Reiserückkehrer.
© imago images/Westend61, Martin Rügner via www.imago-images.de, www.imago-images.de

24. Juli 2021 - 12:00 Uhr

Verschlechterung der Infektionslage in vielen Ländern

Schlechte Nachrichten für Mallorca-Reisende: Die Bundesregierung hat Spanien – und damit auch die beliebte Balearen-Insel - zum Hochinzidenzgebiet erklärt. Die Einstufung tritt am Dienstag (27. Juli) in Kraft. Und auch in einigen anderen Ländern verschlechtert sich die Infektionslage zurzeit enorm – nicht zuletzt wegen der Verbreitung der Delta-Variante des Coronavirus. Dazu zählen beliebte Urlaubsländer wie Portugal, das bis vor kurzem als Virusvariantengebiet galt und somit unter anderem eine zweiwöchige Quarantäne für Reiserückkehrer bedeutete, egal ob genesen, getestet oder geimpft.

Was die Einstufung der Länder in Risikogebiet, Hochinzidenzgebiet oder Virusvariantengebiet konkret für Urlauber bedeutet – ein Überblick.

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Risikogebiet

In einem Risikogebiet besteht ein erhöhtes Risiko für eine Infektion mit dem Coronavirus. Die Einstufung erfolgt durch das Bundesministerium für Gesundheit, das Auswärtige Amt und das Bundesministerium für Bau und Heimat. Wer aus einem solchen Gebiet nach Deutschland einreist, muss nachweisen können, dass er sich nicht mit dem Coronavirus infiziert hat. Dabei werden sowohl PCR-Tests als auch Antigen-Schnelltests, die bestimmte Kriterien erfüllen, anerkannt. Stattdessen können auch ein vollständiger Impfnachweis oder der Nachweis über eine Covid-19-Genesung vorgelegt werden.

Nachweis: Ein negatives Testergebnis, ein Impf- oder Genesenennachweis muss bei Einreise nach Voraufenthalt in einem einfachen Risikogebiet spätestens 48 Stunden nach Einreise über das Einreiseportal unter www.einreiseanmeldung.de hochgeladen werden.

Quarantäne: Personen, die sich in einem Risikogebiet aufgehalten haben, haben eine zehntägige Quarantänepflicht. Aber keine Sorge: Diese kann vorzeitig beendet werden oder muss durch den Nachweis eines negatives Testergebnis, eines Impf- oder Genesenennachweis nicht angetreten werden.

Reise ins Risikogebiet stornieren: Das rät RTL-Reiseexperte Ralf Benkö

Ob man seinen geplanten Urlaub ins Corona-Risikogebiet storniert oder nicht, bleibt jedem selbst überlassen. Von einer kostenfreien Stornierung können Urlauber allerdings nicht ausgehen, warnt der Reiseexperte. Wird für ein Land eine Reisewarnung vom Auswärtigen Amt ausgesprochen, könne man normalerweise auch kostenlos stornieren, allerdings seien Risikogebiet und Reisewarnung seit Juli diesen Jahres nicht mehr automatisch gekoppelt.

Derzeit habe die Erklärung zum Risikogebiet "keine allzu großen Auswirkungen auf die Rückreise der Urlauber. Testen lassen muss man sich sowieso, wenn man nicht geimpft oder genesen ist, und mit dem negativen Testergebnis kann man die Quarantäne bei einem Risikogebiet vermeiden, also hätte das auch keine gravierenden Auswirkungen", erklärt Benkö.

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Hochinzidenzgebiet

Hochinzidenzgebiete sind Risikogebiete mit besonderen Merkmalen, zum Beispiel einer besonders hohen 7-Tage-Inzidenz je 100.000 Einwohner. Indizien dafür sind zum einen regelmäßig eine 7-Tage-Inzidenz von mehr als 200 oder eine anzunehmende Inzidenz in entsprechender Höhe (z.B. bei geringer Testrate und gleichzeitig hoher Positivrate).

Wer aus einem Hochinzidenzgebiet einreist, muss ein negatives Testergebnis, einen vollständigen Impfnachweis oder eine Covid-19-Genesung nachweisen können. Nach dem Aufenthalt in einem Hochinzidenzgebiet müssen Sie sich in der Regel für zehn Tage in Quarantäne begeben, diese kann jedoch durch einen negativen Test nach fünf Tagen vorzeitig beendet werden. Sind Sie vollständig geimpft oder genesen und haben dies über das Einreiseportal übermittelt, muss die Quarantäne nicht angetreten oder kann frühzeitig beendet werden.

Folgende Länder gelten aktuell als Hochinzidenzgebiet:

  • Ägypten
  • Argentinien
  • Bolivien
  • Chile
  • Costa Rica
  • Ecuador
  • Fidschi
  • Indien - kein Virusvariantengebiet mehr
  • Indonesien
  • Iran
  • Kolumbien
  • Kuba
  • Kuwait
  • Libyen
  • Malaysia
  • Mongolei
  • Nepal - kein Virusvariantengebiet mehr
  • Oman
  • Paraguay
  • Peru
  • Portugal, inkl. der autonomen Regionen Madeira und Azoren - kein Virusvariantengebiet mehr
  • Russische Föderation - kein Virusvariantengebiet mehr
  • Seychellen
  • Sri Lanka
  • Sudan
  • Suriname
  • Syrische Arabische Republik
  • Tansania
  • Tunesien
  • gesamtes Vereinigtes Königreich Großbritannien und Nordirland inkl. der Isle of Man, aller Kanalinseln und aller britischen Überseegebiete - kein Virusvariantengebiet mehr
  • Zypern

Virusvariantengebiet

Als Virusvariantengebiete werden Risikogebiete eingestuft, in denen eine Virusvariante des Coronavirus verbreitet auftritt, die zeitgleich in Deutschland nicht verbreitet auftritt. Wichtige Kriterien sind dabei, ob die Variante vermutlich oder nachweislich leichter übertragbar ist, aufgrund einer anderen Eigenschaft das Infektionsgeschehen beschleunigt, die Krankheitsschwere verstärkt oder die Wirkung einer Immunität gegen das Coronavirus abschwächt.

Wenn Sie aus einem Virusvariantengebiet nach Deutschland einreisen, müssen Sie einen negativen Coronatest vorweisen. Anders als bei Hochinzidenzgebieten ersetzt eine Impfung oder Genesung den Test nicht. Außerdem gilt grundsätzlich ein Beförderungsverbot, ausgenommen sind davon jedoch deutsche Staatsangehörige und Menschen mit Wohnsitz und Aufenthaltsrecht in Deutschland. Nach Rückkehr aus einem Virusvariantengebiet beträgt die Quarantänedauer 14 Tage und kann weder durch einen negativen Test, noch durch einen Impfnachweis oder eine Genesung verkürzt werden.

Folgende Länder gelten aktuell als Virusvariantengebiet:

  • Botsuana
  • Brasilien
  • Eswatini
  • Lesotho
  • Malawi
  • Mosambik
  • Namibia
  • Sambia
  • Simbabwe
  • Südafrika
  • Uruguay

Lese-Tipp: Nach Reise ins Variantengebiet: Geimpfte in Quarantäne - macht das Sinn? (jos,akr,dhe)

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