Hoch 'Cooper' lässt Deutschland bibbern

10. Februar 2016 - 12:54 Uhr

Glatte Straßen und frostige Temperaturen

Es ist klirrend kalt in Deutschland. Mit eisiger Luft aus Sibirien kühlt das Hoch 'Cooper' Deutschland in dieser Woche auf Gefrierschrank-Niveau herunter.

Hoch 'Cooper' lässt Deutschland bibbern
Die aus Sibirien heranwehende Kälte kriecht über Deutschland.
© dpa, Matthias Bein

Von Ost nach West kriecht die Kälte allmählich über das ganze Land. Bis zum Wochenende erwarten uns 'Eistage' - das heißt, auch tagsüber bleiben die Temperaturen unter null Grad. Dazu weht ein kräftiger Ostwind, der die Kältewirkung verstärkt. Zusätzlich bringt ein Niederschlagsgebiet Schnee und Regen. Dadurch kommt es vor allem im Norden, Osten und im Süden zu glatten Straßen. In diesen Gebieten besteht besonders erhöhte Unfallgefahr.

Die Eiseskälte beeinträchtigt nun auch die Schifffahrt auf der Oder, sagte eine Sprecherin des Wasser- und Schifffahrtsamtes Eberswalde. Die Westoder ist zugefroren, auf dem Fluss treiben Schollen. Auch die obere Oder-Havel-Wasserstraße ist in großen Teilen gesperrt worden.

Stellenweise herrschten im Osten bereits stellenweise zweistellige Minusgrade: In Görlitz 10,4 Grad unter null, in Cottbus waren es minus 9,9 Grad. Auch im übrigen Land herrschte Frost. Die beiden einzigen Stationen ohne Minuszeichen vor der Temperatur waren Karlsruhe mit 0,2 Grad und Mannheim mit 0,6 Grad.

Schnee auch auf Mallorca

Der Höhepunkt der Kältewelle wird vermutlich am Freitag erreicht. Dann beginnt der Tag auf den Höhen des Bayerischen Waldes und im Erzgebirge mit Werten um minus 20 Grad. Von einem Rekord ist das aber noch weit entfernt. Der Kälterekord liegt bei minus 37,8 Grad, gemessen am 12. Februar 1929 im bayerischen Wolnzach-Hüll nördlich von München.

Auch unsere europäischen Nachbarn sind von der Kältewelle betroffen. Auf der Ferieninsel Mallorca schneite es im Bergland der Sierra de Tramuntana zum ersten Mal in diesem Jahr. Auf dem Festland herrschte in weiten Teilen Nord- und Mittelspaniens Nachtfrost. Nach Angaben des staatlichen Wetteramts Aemet wurden in der Gegend von Huesca im Norden des Landes am Montag minus neun Grad gemessen.

In Polen kamen bei eisigen Minusgraden allein in der Nacht zu Montag fünf Menschen ums Leben, teilte eine Sprecherin des Innenministeriums mit. Im Dorf Stuposiany, gelegen im südostpolnischen Bieszczady-Gebirge, betrug die Temperatur am Morgen minus 27 Grad.

Bulgarien hat angesichts der Kälte fast im ganzen Land die zweithöchste Warnstufe orange ausgerufen. Am kältesten war es mit 24 Grad unter null in der Stadt Tschirpan, berichtete das Staatsradio. Nach Angaben der meteorologischen Institute sind in Estland, Lettland und Litauen Anfang Februar stellenweise Tiefstwerte unter minus 30 Grad in der Nacht möglich.