Hitzfeld sicher: Zoff um Reus belebt die Liga

Findet den Streit um Marco Reus gut: Ottmar Hitzfeld.
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20. August 2014 - 10:52 Uhr

Die verbalen Scharmützel zwischen dem FC Bayern und Borussia Dortmund in Sachen Marco Reus mögen bei vielen mittlerweile nur noch ein genervtes Augenrollen hervorrufen – nicht aber bei Ottmar Hitzfeld. Der Trainer außer Dienst verspricht sich von dem Theater sogar einen positiven Effekt für die gesamte Liga.

"So ein Wortgefecht schadet der Bundesliga nicht. Es ist sogar gut. Ich finde, dass das belebend ist", sagte der 65-Jährige in einem Interview mit der 'Bild am Sonntag'. Zudem warf Hitzfeld, der als Coach sowohl mit den Bayern als auch mit dem BVB die Champions League gewonnen hatte, den Borussen eine gewisse Scheinheiligkeit vor: "Der BVB hat Reus Gladbach auf die gleiche Art und Weise entrissen, wie es ihnen nun eventuell im kommenden Sommer droht. Mithilfe einer Ausstiegsklausel."

Bayern-Boss Karl-Heinz Rummenigge hatte sich in den vergangenen Tagen in Hochfrequenz zur sportlichen Zukunft von Reus geäußert. Vor allem das 'Ausplaudern' von dessen Vertragsklausel, die dem 25-jährigen Mittelfeldspieler nach der kommenden Saison angeblich für eine festgeschriebene Ablöse von 25 statt 35 Millionen Euro einen Wechsel ermöglichen soll, hatte die Verantwortlichen des Revierclubs auf die Palme gebracht.

Dabei war es nach den jüngsten Wechseln der ehemaligen Dortmunder Topstars Mario Götze und Robert Lewandowski zwischenzeitlich gespenstisch ruhig um die dauerrivalisierenden Vereine gewesen. Doch etwaige Gentlemen's agreements zwischen dem Meister und dem Vizemeister sind durch das hartnäckige Herumreiten auf dem Thema Reus schon wieder in der Schublade verschwunden. "Wir lassen uns von Niemandem den Mund verbieten", hatte FCB-Sportvorstand Matthias Sammer bei der gestrigen Saisoneröffnung der Münchner das vorangegangene 'Maul halten' aus Dortmund abgeblockt.

Bayern wird immer die besten Spieler holen

Ein Bild aus turbulenteren Zeiten zwischen den Bayern und dem BVB.
Gute Zeiten, schlechte Zeiten: Matthias Sammer und Jürgen Klopp.
© Bongarts/Getty Images, Bongarts

Und damit mehr als deutlich gemacht, dass sie sich gleichfalls auch keine Taten verbieten lassen werden. In Hitzfeld haben die Bayern dabei einen klaren Fürsprecher. "Es gibt keinen Grund für die Bayern, zu sagen: Wir kaufen jetzt keine Dortmunder Spieler mehr. Das wäre irreal. So ein Versprechen kann es nicht geben. Bayern will die beste Mannschaft haben, die sie bekommen können. Und dafür holen sie die besten Spieler", so der Hitzfeld, der nach dem WM-Aus mit der Schweiz im Achtelfinale gegen Argentinien seine Fußballlehrer-Karriere beendet hatte.

Am kommenden Mittwoch geht das unleidliche Hin und Her in die nächste Runde. Dann empfängt der BVB die Bayern zum Supercup. Dort wird es neben dem sportlichen Erfolg aller Voraussicht nach auch wieder darum gehen, wer in der Causa Reus die nächste (zum Hals heraus hängende) Spitze setzt. Fußballkultur ist eben auch Streitkultur.