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Hitzewellen in Europa bringen das Mittelmeer zum Kochen - Drohen jetzt Medicanes?

Zu hohe Wassertemperaturen

Hitze in Südeuropa: 30 Grad warmes Mittelmeer kann Wetter in Deutschland beeinflussen

Fahne weht  an einem Strand bei Alghero auf Sardinien, Italien.
Noch immer liegen die Temperaturen in Sardinien bei weit über 30 Grad. Auch die Wassertemperaturen im Mittelmeer sind weiter hoch.
ALESSANDRO DELLA VALLE, picture alliance

von Björn Alexander und Zarah Reinders

Die massiven Hitzewellen aus den vergangenen Wochen haben das Mittelmeer aufgeheizt – die Wassertemperaturen liegen dort derzeit bei bis zu 30 Grad. Zum Baden mag das angenehm sein, allerdings bedeutet die Wärme des Wassers auch, dass es im Spätsommer mehr Unwetter und Stürme geben kann – auch sogenannte Medicanes werden wahrscheinlicher.

Das Wasser im Mittelmeer ist rund fünf Grad wärmer als üblich

Der wetter.de-Meteorologe Björn Alexander ordnet die Wassertemperaturen ein: „Aktuell liegen die Temperaturen in Teilen des Mittelmeers mit bis zu 30 Grad rund 3 bis 5 Grad über den normalerweise üblichen Werten.“ Der Grund für die erhöhten Temperaturen: Die massiven Hitzewellen, die sich vor allem in den vergangenen Wochen wiederholt aus Nordafrika nordwärts nach Europa ausgebreitet haben.

Die Daten des Copernicus Marine Service zeigen in welchen Teiles des Mittelmeers die gemessenen Wassertemperaturen vom 22. Juli deutlich höher sind als im langjährigen Mittel. Besonders an der Küste von Frankreich und Italien sind die Abweichungen extrem.

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Unwetter in Deutschland wegen hoher Wassertemperatur im Mittelmeer

In Folge der erhöhten Temperaturen werden Unwetter und Stürme in Südeuropa im Spätsommer und Frühherbst wahrscheinlicher, denn: „Grundsätzlich bedeuten höhere Temperaturen auch immer mehr Energie für mögliche Unwetter. Auch werden die heißen Luftmassen aus Nordafrika durch das warme Wasser in Bodennähe weniger abgekühlt“, erklärt der Meteorologe. Bei entsprechenden Wetterlagen kann auch in Deutschland mehr Wasserdampf und damit Energie für Unwetter auftauchen.

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Unwetter wie Medicanes werden wahrscheinlicher

Besonders wenn Tiefdruckgebiete aus dem Norden mit kälterer Luft ihren Weg bis ans Mittelmeer finden, sind Unwetter und Stürme wahrscheinlicher. „Es ist also ein schlechtes Omen für mögliche Sturmformen wie beispielsweise den sogenannten Medicanes , erklärt der Meteorologe. Denn solche Sturm- und Orkantiefs werden unter anderem über den Temperaturunterschied zwischen der kalten Luft in den höheren Luftschichten und den warmen Luftmassen weiter unten angetrieben. „Möglichst große Unterschiede haben dabei in der Regel intensivere Wettererscheinungen zur Folge“, weiß Alexander.

Lese Tipp: Die aktuellen Prognosen für Deutschland zeigen im August bisher nur wenige Regentage an

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(bal, zre)