So meistern Elefant, Wildschwein oder Storch den heißen Sommer

Hitzewelle: Wie Tiere den tropischen Temperaturen trotzen

Asiatische Elefanten planschen im kühlen Wasser des Wasserbeckens im Freigehege des Zoos Hannover.
© deutsche presse agentur

12. August 2020 - 13:58 Uhr

Heiße Tage: Die genialen Tricks der Tiere

Klimaanlage anschalten, Füße ins kalte Wasser tauchen, lauwarme Tees trinken. Es gibt viele Tricks für uns Menschen, trotz Hitze gut durch den Tag zu kommen. Doch was machen eigentlich Tiere? Wie überstehen sie die heißen Sommertage?

Sand statt Sonnencreme

Kein schattiges Plätzchen in Sichtweite? Kein Problem für Elefanten! Die grauen Riesen nutzen ihre ganz spezielle "Sonnencreme". "Zum Schutz gegen Sonnenstrahlen und Insekten bewerfen sie sich mit Sand, bis eine dicke Sandschicht auf dem Rücken haftet", erklärt Simone Hagenmeyer vom Zoo Hannover. Außerdem besitzen Elefanten körpereigene "Belüftungsanlagen". Wenn die Dickhäuter mit ihren großen Ohren wedeln, wirkt das wie ein Ventilator.

Auch Wildschweine haben einige Tricks auf Lager. Bei Hitze wühlen die Borstentiere gerne in matschigen Pfützen. Der nasse Schlamm bleibt hängen und wirkt wie ein Sonnenschutzmittel. Außerdem kühlt der Matsch ihre Haut.

Wildschweine haben einige Tricks auf Lager. Bei Hitze wühlen die Borstentiere gerne in matschigen Pfützen
Wildschweine haben einige Tricks auf Lager. Bei Hitze wühlen die Borstentiere gerne in matschigen Pfützen
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Körpereigene Klimaanlage

Auch das Rote Riesenkänguru hat sich den extremen Hitzewellen in seiner natürlichen Umgebung angepasst. Das in Australien lebende Beuteltier leckt seine Beine mit Speichel nass. Die Flüssigkeit verdunstet und bringt die ersehnte Abkühlung.

Ähnlich geht der in Deutschland lebende Storch vor. Der Vogel beschmiert seine Beine mit flüssigem Kot. Der Grund: Das Wasser in den Exkrementen entzieht dem Storch beim Verdunsten Wärme.

Andere Tiere wie Hunde und Katzen lassen bei Hitze einfach nur ihre Zunge raushängen und beginnen zu hecheln. Bei der schnellen Atmung entsteht ein Luftzug im Maul. Der Speichel verdunstet – die Vierbeiner kühlen sich ab.

Rote Kängurus sind hitzefest
Rote Riesenkänguru sind hitzefest
© picture alliance / dpa, Holger Hollemann

Tiere sind hitzeresistenter als Menschen

Einige Menschen können sogar von Tieren noch lernen. Obwohl viele Tierarten im Gegensatz zu Menschen keine Schweißdrüsen haben und demnach nicht schwitzen können. "Trotzdem können Tiere mit Hitze sehr viel besser umgehen als Menschen", weiß Simone Hagenmeyer vom Zoo Hannover. "Sie sind belastbarer, haben ein höchst stabiles Herz-Kreislaufsystem und sind im Ganzen viel vernünftiger: Sie ziehen sich bei Hitze in den Schatten oder ins Wasser zurück, bewegen sich nicht unnötig und trinken viel."

Dennoch: Bei Haustieren lauern unterschätzte Gefahren – beim Gassi-Gehen mit dem Hund können zum Beispiel verbrannte Pfoten die Folge sein. Wir verraten Ihnen, wie Sie die Gefahr erkennen und Ihren Hund schützen können.