Hitlergruß-Mann sprengt Live-Interview: So erlebte Reporter Thomas Präkelt die Situation in Chemnitz

28. August 2018 - 16:58 Uhr

Polizei ermittelt gegen zehn Verdächtige

Bei den Krawallen von Chemnitz haben rechte Demonstranten mehrfach den Hitlergruß gezeigt - auch während eines Live-Interviews mit unserem Reporter Thomas Präkelt. Insgesamt ermittelt die Polizei gegen zehn Menschen, die den Hitlergruß gezeigt haben sollen. Offiziell heißt dieses Delikt "Verwenden von Kennzeichen verfassungswidriger Organisationen". Das Video wurde in den sozialen Medien vielfach geteilt und kontrovers diskutiert. Wie unser Reporter die Situation wahrgenommen hat, erklärt er in unserem Video.

"Wenn Journalisten ihre Arbeit abbrechen müssen, haben wir verloren"

Zu Beginn seines Beitrages waren noch keine Störer zu sehen. Allerdings hörte er, dass sich Menschen näherten. Deutlich wahrnehmbar sei gewesen, dass sie alkoholisiert waren. Dies thematisierte er auch. Dass der Hitlergruß gezeigt wurde, bemerkte der Reporter nicht. Hätte er es gesehen, wäre er darauf eingegangen, sagt Thomas Präkelt.

Deswegen abgebrochen hätte er die Schalte aber nicht. "Wenn Journalisten ihre Arbeit abbrechen müssen, ist das ein fatales Zeichen. Dann haben wir verloren", sagt der erfahrene Journalist. Die Störer hätten seine Arbeit nicht beeinflusst, aber: "Ich war genervter als sonst."

Hetzjagd auf Ausländer und Demonstrationen in Chemnitz

Bei den seit Tagen andauernden Krawallen in der Chemnitzer Innenstadt waren mehrere Menschen verletzt worden. Auslöser für die Kundgebungen sowie die gewalttätigen Übergriffe auf Ausländer am Sonntag war, dass ein 35 Jahre alter Deutscher durch Messerstiche getötet worden war.