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Historisches Treffen in Singapur: Donald Trump stellt Kim Jong Un und Korea Frieden in Aussicht

Historischer Gipfel zwischen USA und Nordkorea
Historischer Gipfel zwischen USA und Nordkorea Trump verhilft Kim Jong Un zu Propaganda-Erfolg 04:23

Gipfeltreffen mit großen Hoffnungen

Nach langem Hin und Her hat es jetzt doch geklappt: US-Präsident Donald Trump und Nordkoreas Machthaber Kim Jong Un sind in Singapur zu einem Gipfeltreffen zusammengekommen. Es ist das erste Mal, dass sich ein amtierender US-Präsident mit einem Führer des isolierten Landes getroffen haben. Beide Politiker zeigten sich optimistisch, eine nachhaltige Beziehung aufzubauen. Zum Abschluss des Gifels unterschrieben sie eine Vereinbarung, in der Kim sich zu einer kompletten atomaren Abrüstung auf der koreanischen Halbinsel bereiterklärt.

Trump: "Gegner können zu Freunden werden"

Außerdem stellt Trump Korea einen Frieden in Aussicht. "Der Krieg ist seit 70 Jahren nicht beendet, aber er wird bald enden", sagte Trump. "Die Vergangenheit muss nicht die Zukunft definieren", betonte der US-Präsident. Der Nordkorea-Konflikt müsse nicht zu einem Krieg in der Zukunft führen. "Gegner können zu Freunden werden", sagte Trump. In ihrer gemeinsamen Gipfelerklärung von Singapur bekannten sich Trump und Kim zu einem "robusten" Frieden auf der koreanischen Halbinsel, an dem sie arbeiten wollen. Darüber hinaus gab Trump an, die emeinsamen Militärmanöver seines Landes mit dem Verbündeten Südkorea zu stoppen.

Abrüstung soll "sehr, sehr schnell beginnen"

Donald Trump hat einen ersten Erfolg erzielt: Der US-Präsident und der nordkoreanische Machthaber Kim einigten sich auf eine gemeinsame Vereinbarung mit ersten Schritten für die atomare Abrüstung. Nach dem vierstündigen Gipfel setzten die beiden ihre Unterschriften unter das Dokument. Kim Jong Un erklärt sich demnach zu einer kompletten atomaren Abrüstung bereit. In dem gemeinsam mit US-Präsident Donald Trump am Dienstag in Singapur unterzeichneten Gipfeldokument erklärt er sein "festes und unerschütterliches Bekenntnis" zu einer umfassenden atomaren Abrüstung. Im Gegenzug sichert Trump Sicherheitsgarantien zu. Trump sagte, dass die Abrüstung nun "sehr, sehr schnell beginnen" werde.

"Wir werden ein großartiges Verhältnis haben"

Historisches Treffen in Singapur
Donald Trump und Kim Jong Un geben sich bei ihrem ersten Treffen die Hand © imago/ZUMA Press, Kevin Lim/The Straits Times, imago stock&people

Um 9.00 Uhr Ortszeit gingen die beiden Politiker im Luxushotel Capella auf der Insel Sentosa aufeinander zu und reichten sich vor zahlreichen Kameras die Hand – ein historischer Moment. Beide Politiker wirkten dabei ernst und angespannt, doch fasste Trump seinem Gegenüber freundschaftlich zwei Mal kurz an die Schulter.

Kim machte zum Auftakt deutlich, ein neues Kapitel in den angespannten Beziehungen zu den USA aufschlagen zu wollen. "Alte Praktiken und Vorurteile haben gegen uns gearbeitet. Aber wir haben sie alle überwunden. Und jetzt sind wir hier", sagte er vor laufenden Kameras, als sie sich zu einer persönlichen Unterredung in der Bücherei des Hotels niederließen. "Ich fühle mich wirklich gut, wir werden ein gutes Gespräch haben", sagte Trump. "Wir werden ein großartiges Verhältnis haben, kein Zweifel."

Für beide Länder steht viel auf dem Spiel

Donald Trump und Kim Jong Un komme zu Gipfeltreffen zusammen
Gesprächsrunde der amerikanischen und nordkoreanischen Delegationen © dpa, ---, tba

Der erste Gipfel der beiden Länder wird von großen Hoffnungen begleitet. Der Streit um Nordkoreas Atomwaffenprogramm ist einer der gefährlichsten Konflikte der Welt. Laut Kim können nordkoreanische Atomraketen das US-Festland treffen. "Eine vollständige, überprüfbare und unumkehrbare Denuklearisierung auf der koreanischen Halbinsel ist das einzige Ergebnis, das die USA akzeptieren werden", gab Außenminister Mike Pompeo als Messlatte vor. Bislang ist jedoch noch nicht klar, ob Kim unter dem Begriff der Denuklearisieurung das gleiche versteht wie Trump.

Auch für Nordkorea steht viel auf dem Spiel: Das kommunistische Land hofft neben starken Sicherheitsgarantien und Wirtschaftshilfe auf eine Aufhebung der scharfen Sanktionen, die die Vereinten Nationen und auch die USA auch einseitig als Reaktion auf seine Atom- und Raketentests verhängt haben. In einem Entgegenkommen hatte Kim im April einen Atom- und Raketenteststopp erklärt und verkündet, sich künftig auf die Wirtschaftsentwicklung konzentrieren zu wollen. Scheitert eine Einigung über das nordkoreanische Atomprogramm, dann könnten die USA ihre Sanktionen noch verschärfen.

Politisch will Nordkorea diplomatische Beziehungen zu den USA. Auf dem Gipfel könnte eventuell verkündet werden, dass die USA als ersten Schritt zunächst eine Vertretung in Pjöngjang einrichten könnte. Da der Kriegszustand seit dem Ende des Koreakrieges 1953 völkerrechtlich nie beendet wurde, wäre - wie von Trump in Aussicht gestellt - ein Friedensvertrag nötig, um die Sicherheitsbedürfnisse zu befriedigen.

"Besser gelaufen, als irgendjemand hätte erwarten können"

Nach dem historischen Handschlag sprachen Trump und Kim zunächst knapp 40 Minuten unter Ausschluss der Öffentlichkeit miteinander. Danach kamen sie in einer größeren Runde mit Außenminister Mike Pompeo, Stabschef John Kelly und Sicherheitsberater John Bolton zusammen. Auf nordkoreanischer Seite nahmen der berüchtigte frühere Geheimdienstchef und einflussreiche Berater General Kim Yong Chol sowie Außenminister Ri Yong Ho an den Beratungen teil.

Nach einem anschließenden gemeinsamen Mittagessen äußerte Trump sich positiv über das Gipfeltreffen: "Es ist besser gelaufen, als irgendjemand hätte erwarten können", sagte der US-Präsident. Nach seinen Angaben brachte das Treffen "eine Menge Fortschritte". Nach der Unterzeichnung der Vereinbarung kündigte Trump auch an, Kim zu weiteren Gesprächen ins Weiße Haus nach Washington einladen zu wollen.

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