Von Juli bis Oktober kann dieser Parasit Hund und Mensch befallen

Hirschlausfliege: Schon mal was von der fliegenden Zecke gehört?

Eine Hirschlausfliege sitzt auf einem Blatt.
Eine Hirschlausfliege sitzt auf einem Blatt.
© deutsche presse agentur

23. Juli 2021 - 9:27 Uhr

Wie eine Zecke - nur mit Flügeln!

Die Hirschlausfliege kann bis zu 7 Millimeter groß werden, hat zur gewöhnlichen Zecke aber einen großen Unterschied: Sie kann fliegen! Und diese Eigenschaft kann für den Wirt sehr schmerzhaft werden. Nach der Landung verliert sie ihre Flügel und sucht sich schnell eine Stelle zum Festbeißen. Dort beginnt der Blutsauger dann mit der Arbeit.

Die Hirschlausfliege befällt Menschen, Pferde, Katzen und Hunde

Tiertrainer und -ärzte warnen vor dem Parasit, denn besonders Vierbeiner werden im Sommer davon befallen. Aber auch Menschen kommen als Wirt infrage. In der Zeit von Juli bis Oktober sucht die Hirschlausfliege nicht nur Wildtiere auf, sondern kann auch Menschen, Pferde, Katzen und Hunde befallen.

Einfach entfernen lässt sich die Hirschlausfliege nur, wenn sie sich noch nicht festgesaugt hat. Sie krallt sich schnell mit ihren stabilen Beinen fest. Der Biss selber dauert 20 Minuten. Verbrennen oder zerquetschen hilft dann sofort, ansonsten vermehrt sich der Parasit rasant. Sie können sich bis zu 13 Monate im Wirt einnisten und mehrmals Nachkommen zur Welt bringen.

Der Parasit ist auch für Menschen nicht ungefährlich

Ähnlich wie die Zecke beißt sich die Hirschlausfliege in ihrem Wirt fest.
Ähnlich wie die Zecke beißt sich die Hirschlausfliege in ihrem Wirt fest.
© dpa, Patrick Pleul, ppl;cse tba bwe

Bei Tieren kann es nach einem Biss zu eitrigen Hauterkrankungen und Fieber kommen. Das Leiden wird durch das Bakterium "Bartonella schoenbuschensis" verursacht. Es ist auch für Menschen nicht ungefährlich. Wenn man Hautausschläge und Eiterungen feststelle, sollte man einen Arzt aufsuchen.

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"Als würde mir einer eine Nadel in den Arm stechen"

Natalie K. mit Hund Fenja
Natalie K. mit Hund Fenja
© rtl.de

Natalie K. aus Böhnhusen hat genau das erlebt: "Ich selber wurde letztes Jahr einmal gebissen und hatte wirklich noch nie solche Schmerzen nach einem Biss. Als würde mir einer eine Nadel in den Arm stechen" Auch ihre Hündin Fenja hat es schwer erwischt. "Vor 2 Jahren hatten wir die erste Begegnung mit der Hirschlausfliege, meine Hündin Fenja hatte plötzlich kahle Stellen hauptsächlich im Bauch-Bereich, die eindeutig stark gejuckt haben, denn sie hat sich alle Stellen wund geleckt" Nach Behandlung mit einer Wund- und Heilsalbe wurde es von Tag zu Tag besser. Die Gefahr sollte auf jeden Fall nicht unterschätzt werden, gerade jetzt im Sommer.

Was gegen gewöhnliche Zecken hilft, haben wir hier zusammengefasst. (aku)