Hinrichtung in Ohio abgebrochen – Mitarbeiter finden keine geeignete Vene

In solch einer Todeszelle sollte Alva Campbell hingerichtet werden - doch das Personal fand keine passende Vene für die Giftspritze.
In solch einer Todeszelle sollte Alva Campbell hingerichtet werden - doch das Personal fand keine passende Vene für die Giftspritze.
© dpa, Paul Buck, h_kad kno

16. November 2017 - 16:19 Uhr

Alva Campbell überlebt den Todestrakt von Ohio

Zum zweiten Mal in 70 Jahren verlässt ein zum Tode verurteilter Sträfling die Todeszelle von Ohio lebendig. Das Personal findet keine geeignete Vene, um dem Verurteilten Alva Campbell die Giftspritzen zu verpassen - dieser schüttelt nach der misslungenen Tötungsprozedur sogar noch deren Hände.

Personal findet keine geeignete Vene für Giftspritze

Alva Campbell Twitter
Der Verurteilte Alva Campbell schüttelte den Mitarbeitern in der Todeszelle sogar die Hände.

Die Hinrichtung begann am Mittwoch eine Stunde später, weil Campbells Arme und Beine noch untersucht wurden. Laut der amerikanischen Zeitung 'Columbus Dispatch' wurde er um 10.57 Uhr mit seinem Rollstuhl in die Todeskammer gefahren.

Eine halbe Stunde lang suchte das medizinische Team mit einem ultravioletten Licht seine beiden Arme nach einer Vene ab. Sie stachen dem 69-jährigen Mann zweimal in seinen rechten Arm, einmal in seinen linken Arm und ein weiteres Mal in das linke Bein. Sie trafen keine Vene und gaben auf. Beim letzten Nadelstich soll Campbell seinen Kopf nach hinten geworfen haben und schmerzerfüllt geschrien haben, so der 'Columbus Dispatch'.

Hinrichtungstermin verschoben

Nachdem die Hinrichtung abgebrochen wurde, rieb sich Campbell die Tränen aus den Augen und schüttelte die Hände der anwesenden Mitarbeiter. Alva Campbell ist für den Mord an einem 18-jährigen Jungen im Jahr 1977 zum Tode verurteilt worden. Gouverneur John Kasich begnadigte ihn vorerst und terminierte seine erneute Hinrichtung auf den 5. Juni 2019.

Ob Campbell den Zeitraum bis zu seiner zweiten Hinrichtung überlebt, scheint unwahrscheinlich, so die Ärzte. Er leidet unter schwerem Lungenversagen und ist mehrmals täglich auf Hilfe beim Atmen angewiesen. Es ist erst das dritte Mal in der Geschichte der Vereinigten Staaten, dass ein Tötungsprozess abgebrochen wurde.

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