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Himmelblau-weiße Tristesse: Argentinien nach dem 0:3-Debakel gegen Kroatien am Boden

Himmelblau-weiße Tristesse: Argentinien nach dem 0:3-Debakel gegen Kroatien am Boden

21.06.2018, Russland, Nischni Nowgorod. Fußball: WM, Argentinien - Kroatien, Vorrunde, Gruppe D, 2. Spieltag im Nischni Nowgorod Stadion. Lionel Messi aus Argentinien geht über den Platz. Foto: Andreas Gebert/dpa +++ dpa-Bildfunk +++
In Russland nur ein Schatten seiner selbst: Argentiniens Superstar Lionel Messi.
jai, dpa, Andreas Gebert

WM 2018: Lionel Messi und Co. an "eigener Inkompetenz" gescheitert

Bei der stolzen Fußball-Großmacht Argentinien liegen die Nerven nach der desaströsen 0:3-Pleite gegen Kroatien bei der WM in Russland blitzeblank. Mit nur einem mickrigen Punkt droht dem zweimaligen Weltmeister das Aus schon nach der Vorrunde ( so steht's in Gruppe D ). Die Fans sind entsetzt, die Presse prügelt gnadenlos auf Lionel Messi und Co. ein. Und zwischen Trainer und Mannschaft offenbaren sich Risse.

Argentinische Fans fassungslos

Wer bei der Schmach der Argentinier gegen bärenstarke Kroaten in die Augen der sonst so feurigen argentinischen Fans schaute, sah – Leere, einfach nur Leere. Schon nach dem ersten Gegentor, das der bemitleidenswerte Torwart-Oldie Wilfredo Caballero mit einem missratenen Chip verschuldet hatte, schien es, als hätte die Gaucho-Abteilung in Nischni Nowgorod aufgegeben.

Einzig der argentinische Fußball-Papst Diego Maradona versuchte das Team um Superstar Messi auf der Ehrentribüne mit einer aberwitzigen Zappelphilipp-Einlage zu animieren. Vergeblich. Die "Albiceleste" – allen voran ihr Spielmacher – schlichen über den Rasen, als hätten sie den Ernst der Lage nicht begriffen.

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"Argentinien ist verloren"

"Eine Niederlage, die das Schlimmste der Auswahl bloßstellte und sie am Rand des Abgrunds zurückließ", kommentierte "La Nacion" den Blutleer-Auftritt. "La Capital" setzte noch einen drauf: "Eine Mannschaft, die keine Auswahl ist. Sampaoli und seine Jungs sind an der eigenen Inkompetenz gescheitert, eine Realität, die genauso frustrierend ist wie sie vorhersehbar war."

Und in Spanien, wo Messi mit dem FC Barcelona regelmäßig ein ganz anderes Gesicht zeigt, blies das Sportblatt "Marca" zum himmelbau-weißen Untergang: "Argentinien ist verloren. Messi ist verloren."

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Trainer Jorge Sampaoli nimmt Lionel Messi in Schutz

21.06.2018, Russland, Nischni Nowgorod. Fußball: WM, Argentinien - Kroatien, Vorrunde, Gruppe D, 2. Spieltag im Nischni Nowgorod Stadion. Jorge Sampaoli, Trainer der Fußball Nationalmannschaft von Argentinien, schreit am Spielfeldrand. Seine Mannscha
Engagiert, aber erfolglos: Argentiniens Trainer Jorge Sampaoli.
fdt, dpa, Petr David Josek

Der Verantwortliche für die Gaucho-Misere war für viele Fans und Experten schnell gefunden: Nationaltrainer Jorge Sampaoli. Und auch der stämmige Glatzkopf sprach seine Spieler im Epilog der Pleite von jeder Schuld frei, obwohl sich der Coach an der Seitenlinie bisweilen mehr bewegt hatte als seine Mannen auf dem Rasen.

"Ich bin verantwortlich für die Entscheidungen", sagte Sampaoli und nahm auch seinen erneut völlig untergetauchten Superstar Messi ausdrücklich in Schutz: "Leo ist limitiert, weil das Team nicht so mit ihm spielt, wie es sollte. Unser Matchplan ist nicht aufgegangen."

Sergio Agüero: Trainer soll sagen, was er will!

Tenor: Was soll Messi machen, wenn der Rest nicht gut genug ist. Töne, die innerhalb der Mannschaft naturgemäß alles andere als gut ankamen. "Soll er doch sagen, was er will", knurrte Stürmer Sergio Agüero, als man ihn mit den Aussagen des Trainers konfrontierte. Zwischen Spielern und Trainern offenbart sich vor dem entscheidenden Gruppenspiel gegen die "Super Eagles" aus Nigeria ein ziemlicher Riss.

Argentinien, so scheint es, hilft bei dieser WM nur noch ein Wunder weiter. Die Zeiten argentinischer Fußball-Wunder aber liegen lange zurück. Sie saßen in Nischni Nowgorod in Person eines hippeligen Nationalheiligtums auf der Ehrentribüne.