Hilfspfleger unter Mordverdacht: Was tun Pflegedienste, um seriöse Angestellte zu finden?

08. März 2018 - 13:03 Uhr

Rentner getötet und ausgeraubt: Hilfspfleger verhaftet

Es ist ein schrecklicher Satz: Nirgendwo sei es so einfach zu morden wie in der Pflege. Das sagt der Vorstand der Deutschen Stiftung Patientenschutz. Hintergrund ist die Verhaftung eines Hilfspflegers, der einen 87-jährigen Rentner in Ottobrunn bei München mit einer Insulinspritze getötet und ausgeraubt haben soll. 

Alte Menschen sind den Pflegern schutzlos ausgesetzt

Die Polizei fahndet nach diesem ungelernten Hilfspfleger.
Die Polizei fahndet nach diesem ungelernten Hilfspfleger.
© Polizei Bayern

Das wirft die Frage auf, wie Mitarbeiter von häuslichen Pflegediensten eigentlich überprüft werden, bevor sie die Schlüssel zu den Wohnungen ihrer Patienten bekommen. Es geht hier nicht um Diebstahl, es geht um Mord.

Der Fall des ungelernten Hilfspflegers Grzegorz Wolsztajn, der mehrere Jahre in Deutschland arbeitete, deckte schonungslos auf, wie ungeschützt alte Menschen dem Pflegepersonal gegenüber stehen. Wolsztajn wird verdächtigt, für vier Todesfälle und drei Diebstähle verantwortlich zu sein, doch möglicherweise steckt der Mann noch hinter weit mehr solcher Taten. Die Polizei sucht noch nach weiteren Hinweisen und hat die Bevölkerung um Mithilfe gebeten.​

Diese zwei Fragen sollte man bei der Wahl des Pflegedienstes stellen

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Die möglichen Aufenthaltsorte des Hilfspflegers Wolsztajn.

Die meisten Pflegedienste arbeiten allerdings seriös. Als potenzieller Kunde sollte man laut Pflegedienstleiter Bernd Trost zwei Fragen stellen: "Gibt es so etwas wie eine systematische Einarbeitung der Mitarbeiter? Und: Fragen Sie polizeiliche Führungszeugnisse von ihren Mitarbeitern ab?"

Wenn diese Fragen mit Ja beantwortet werden, darf man zugreifen. Eine hundertprozentige Sicherheit gibt es leider nie, aber ein Missbrauch wie der von Wolsztajn ist auch wirklich selten.