Hilfslieferungen nur "ein Tropfen im Ozean"

09. Februar 2016 - 14:27 Uhr

Luftbrücke geht weiter

Die Vereinten Nationen haben ihre Luftbrücke nach Somalia fortgesetzt. Inzwischen ist eine zweite UN-Maschine mit lebensnotwendigen Nahrungsmitteln in Mogadischu gelandet. Damit sind nun insgesamt 28 Tonnen Hilfsgüter per Flugzeug in die Hauptstadt gebracht worden, in der viele Menschen aus den von der Dürre besonders betroffenen Gebieten Zuflucht gesucht haben.

Hungersnot Somalia
Luftbrücke nach Somalia
© REUTERS, FEISAL OMAR

Die Lieferungen sollen bei weiteren Flügen in den nächsten Tagen auf 100 Tonnen für 35.000 Menschen ausgedehnt werden. Vor allem seien die mit Vitaminen und Mineralien angereicherten Lebensmittel für unterernährte Kinder bestimmt.

Zudem wurde auch eine Luftbrücke nach Gedo im Westen Somalias eingerichtet. Die Region liegt an der Grenze zu Kenia und Äthiopien. Die Maschine habe fünf Tonnen Lebensmittel an Bord gehabt, hieß es. Den Angaben zufolge brauchen derzeit 11,5 Millionen Menschen am Horn von Afrika Nahrungshilfe. Angesichts dieser Zahlen bezeichnete ein 'BBC'-Reporter die bisherigen Hilfslieferungen als einen "Tropfen im Ozean".

Auch aus Deutschland kommt jetzt Hilfe aus der Luft für die hungernden Menschen am Horn von Afrika: Die Hilfsorganisation 'humedica' schickt 30 Tonnen Hilfsgüter von München nach Nairobi. Von der kenianischen Hauptstadt aus sollen die Lebensmittel und Medikamente mit Lastwagen in die Flüchtlingslager in der Region Dadaab im Norden des Landes transportiert und verteilt werden.

In Dadaab haben im derzeit größten Flüchtlingslager der Welt rund 400.000 Menschen überwiegend aus dem Bürgerkriegsland Somalia Zuflucht vor der Hungersnot gesucht.

Noch mehr als 300 Millionen Dollar benötigt

"Eltern müssen ihren Kindern beim Sterben zusehen. Wir müssen endlich alles tun und schnell handeln, damit diese armen Familien mit Nahrungsmitteln, Trinkwasser und Medikamenten versorgt werden", mahnte zuvor UNESCO-Sonderbotschafterin Ute-Henriette Ohoven.

Die Lage wird sich nach Einschätzung der Bundesregierung auch weiter verschärfen. "Was sich abzeichnet, ist in der Tat noch eine starke Zunahme der Toten und der Opferzahlen", sagte Walter Lindner, Afrika-Beauftragter des Außenministeriums.

In den Camps in Kenia bekommen viele ausgehungerte Neuankömmlinge nach Angaben der Welthungerhilfe gerade mal eine Packung Kekse. Und wie die UN-Hilfsgüter nach der Landung auf dem Flughafen der somalischen Hauptstadt Mogadischu genau verteilt wurden, ist unklar.

Der Ministerpräsident der somalischen Übergangsregierung, Mohamed Abdullahi Mohamed, sagte der 'BBC', er und seine Mitarbeiter wollten eng mit den Vereinten Nationen zusammenarbeiten, damit die Nahrungsmittel da ankämen, wo sie nötig seien. "Wir werden alles in unserer Macht stehende tun, damit wir die bedürftigen Menschen erreichen."

Judith Schuler vom Welternährungsprogramm der Vereinten Nationen sagte, dass bis Jahresende noch etwa 300 Millionen Dollar zusätzlich benötigt werden, um alle Not leidenden Menschen mit Lebensmitteln versorgen zu können.

Trotz aller Schwierigkeiten setzen die internationalen Organisationen ihre Rettungsaktionen für die hungernden Menschen fort. Der britische Sender BBC berichtete unterdessen von Kämpfen zwischen Friedenstruppen der Afrikanischen Union und der radikalislamischen Al-Shabaab-Miliz in Mogadischu. Ziel sei es, die Flüchtlingscamps in der somalischen Hauptstadt vor Angriffen der Rebellen zu schützen.

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