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Hilferuf aus Dubai: Verurteiltes Vergewaltigungsopfer spricht

Hilferuf aus Dubai: Verurteiltes Vergewaltigungsopfer spricht

Haftstrafe für vergewaltigte Frau

Dass Frauen in arabischen Ländern weniger Rechte haben, ist bekannt. Ein Fall aus Dubai erregt zurzeit trotzdem besonders viel Aufsehen: Eine junge Norwegerin ist dort zu einer Haftstrafe verurteilt worden – weil sie vergewaltigt wurde. Der Vorwurf der Behörden: Sie hatte Sex außerhalb der Ehe. Jetzt spricht die junge Frau zum ersten Mal selbst.

Marte Dalelv spricht erstmals
Erstmals nach ihrer Verurteilung meldet sich die offenbar vergewaltigte Marte Dalelv zu Wort.

Marte Dalelv steht noch immer unter Schock. In einem norwegischen Hilfszentrum in Dubai hat sie Zuflucht gefunden nach den Erlebnissen der letzten Wochen. Seit zwei Jahren arbeitet die 24-Jährige als Innenarchitektin in dem Emirat. Nach einer Firmenfeier soll ein Kollege ihr dort Schreckliches angetan haben. "Ich bin aufgewacht und merkte, dass ich vergewaltigt wurde. Dann bin ich in die Lobby des Hotels gegangen und bat die Angestellten, die Polizei zu rufen. Sie fragten mich, ob ich ganz sicher sei", erinnert sie sich. Die 24-Jährige bestand darauf.

Berufung eingelegt

"Am Ende, als sie mich fragten: Sind sie vielleicht zur Polizei gegangen, weil ihnen der Sex nicht gefallen hat? Da dachte ich nur: Oh nein!" Vor der Justiz in Dubai wird aus dem Opfer eine Schuldige. Laut der Scharia, dem islamischen Gesetz, ist außerehelicher Geschlechtsverkehr verboten. Dass Marte mutmaßlich vergewaltigt wurde, interessiert die Richter nicht. Das Urteil: 16 Monate Gefängnis.

"Ich bin an die Öffentlichkeit gegangen, weil ich hoffe, dass wir der Welt zeigen können, dass das falsch ist. Wir sollten das nicht so akzeptieren", so Dalelv. Ihr Anwalt hat nun Berufung eingelegt. Die 24-Jährige hofft, dass der öffentliche Druck ihr bei dieser Verhandlung hilft. Denn um das weltoffene Image Dubais nicht zu gefährden, könnten die Richter Milde walten lassen.