Corona und vieles andere macht Landwirten zu schaffen

Hilfe von der Politik gefordert: Bauern sind zunehmend desillusioniert

Trockenheit bereitet Landwirtschaft Probleme
© dpa, Julian Stratenschulte, jst sab kde

16. Oktober 2020 - 14:14 Uhr

Hofnachfolger sind schwer zu finden

In Deutschland ist es um die Landwirtschaft schlecht bestellt. Das machte der Präsident des Deutschen Bauernverbandes, Joachim Rukwied, in seiner Eröffnungsrede zur Tagung des Verbandes deutlich. Im Laufe der Woche hatte er bereits gegenüber der Osnabrücker Zeitung erklärt, dass es den Bauern immer schwerer fällt, einen Hofnachfolger zu finden, da die Aussichten zurzeit zu schlecht sind.

Viele Faktoren machen den Bauern das Leben schwer

Nicht nur Corona macht den Landwirten zu schaffen. Auch die afrikanische Schweinepest breite sich immer weiter aus, die Schlacht- und Ferkelpreise seien im freien Fall. "Die Schweinehaltung befindet sich gerade in der größten Krise seit Jahrzehnten", sagte Rukwied und forderte von der Politik eine schnelle, wirksame und unbürokratische Unterstützung für die Schweinehaltung in Deutschland. Auch in anderen Betriebsausrichtungen sei die Lage mehr als angespannt, sei es wegen der erneuten Trockenheit, des niedrigen Milchpreises oder der Ausbreitung des Wolfs.

Rukwied betonte, dass auch geplante gesetzgeberische Maßnahmen die wirtschaftliche Situation in den Betrieben weiter zuspitzen würden. Die nicht fachgerechte Verschärfung der Düngeverordnung, das geplante Aktionsprogramm Insektenschutz oder die Tierschutznutztierhaltungsverordnung werden viele Betriebe ins Aus drängen. "Die Summe dieser Veränderungen ist in der derzeitigen wirtschaftlichen Situation nicht umsetzbar", mahnt der Bauernpräsident.

Die Bauern seien grundsätzlich zu Veränderungen bereit. Der Bauernverband unterstütze beispielsweise die Vorschläge der Borchert-Kommission zum Umbau der Tierhaltung in Deutschland. Doch noch sei völlig unklar, wie dieser Umbau finanziert werden solle. "Damit dürfen die Bauern nicht alleingelassen werden", fordert Rukwied.