Mehrsprachige Kinder entwickeln sich sprachlich zurück

Hochschule Hildesheim: Kita-Kinder verlernen durch Corona die deutsche Sprache

Kita-Kind beim Spielen
Kita-Kind beim Spielen
© dpa, Uwe Anspach, ua fgj bwe

18. Februar 2021 - 7:44 Uhr

Kita-Einrichtungen befragt - besorgniserregende Ergebnisse

78 Kindertageseinrichtungen hat die Hochschule für Angewandte Wissenschaft und Kunst Hildesheim zur Sprachentwicklung ihrer Schützlinge befragt. Die Aussagen der Erzieher zeigen eine klare Tendenz: Corona verstärkt die Bildungslücken, besonders im sprachlichen Bereich. Vor allem mehrsprachige Kinder leiden darunter und verlernen zum Teil zuvor erworbene Deutsch-Kenntnisse im Lockdown.

Sprachliche Entwicklung während Corona bislang kaum erforscht

"Ohnehin vorhandene Differenzen in der Entwicklung der Kinder werden in dieser schwierigen Situation verstärkt." so Studiengangleiter Kindheitspädagogik Prof. Dr. Tim. Rohrmann. Mithilfe eines Fragebogens wurden Erzieher verschiedenster Einrichtungen befragt. Die Idee dazu hatte Studentin Katrin Schäfer. "Für mich war das sehr spannend, weil die sprachliche Entwicklung in der Pandemie bisher in der Forschung noch nicht direkt in den Blick genommen wurde" so die Studentin auf der Website der Hochschule. Dass die Ergebnisse alarmierend sind, ist teilweise überraschend, denn unter den befragten Einrichtungen sind auch viele, die sich besonders für die Sprachförderung von Kindern einsetzen würden. Nur ein Drittel der Befragten würden sich für die aktuelle Lage ausreichend qualifiziert fühlen. Jedoch würden auch viele Kitas neue, gezielte Angebote für die Kinder entwickeln.

Warnung vor den Konsequenzen

In der Kita-Zeit werden auch die Grundbausteine für eine erfolgreiche Schulkarriere gelegt. Die nun entstehenden, sprachlichen Rückschritte könnte für die betroffenen Kinder bittere Konsequenzen haben. Die Initiatoren fordern daher eine bessere Vorsorge für die Kitas. Unter anderem würde geschultes Personal benötigt. Für Dr. Tim Rohrmann gilt vor allem: "Es muss viel mehr in Qualität investiert werden, nicht nur in Betreuungsstunden. Die jetzigen Maßnahmen reichen nicht aus und die Folgen werden wir langfristig zu spüren bekommen."