Nach Abschiebung aus der Türkei nach Deutschland

Mitglied der siebenköpfigen Salafisten-Familie in U-Haft

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15. November 2019 - 12:03 Uhr

Salafisten-Familienmitglied in Untersuchungshaft

Ein Mitglied der siebenköpfigen Salafisten-Familie ist seit Donnerstagabend in U-Haft, wie die Staatsanwaltschaft Hildesheim bestätigt. Der 55-Jährige soll sich gegenüber Flüchtlingen als Anwalt ausgegeben haben - ohne das er einer war. Er soll behauptet haben, ihnen beim Asylverfahren oder beim Besorgen deutscher Pässe zu helfen. Dafür habe er eine Gebühr verlangt, aber keine Gegenleistung erbracht. Ermittlungen gegen die weiteren sechs Familienmitglieder laufen.

Das Amtsgericht habe bereits im Juni einen Haftbefehl gegen den 55-Jährigen wegen sechs Taten erlassen und diesen im August um sechs weitere Taten ergänzt. Der Beschuldigte sei Anfang 2019 aus Deutschland ausgereist. Der Haftbefehl im Sommer sei mit dem Haftgrund der Fluchtgefahr erlassen worden, erklärte die Staatsanwaltschaft.

Familie flog von Istanbul nach Berlin

Die aus der Türkei abgeschobene deutsch-irakische Familie landete am späten Donnerstagnachmittag in Berlin Tegel. Kurz danach wanderte eins der Familienmitglieder in Haft. "Die Salafisten-Familie wirkte angespannt", berichtete RTL-Reporterin Kavita Sharma, die sich im gleichen Flieger aus Istanbul befand. Die Türkei hatte vor wenigen Tagen angekündigt, mehrere Deutsche abzuschieben. Diese gelten dort als "ausländische Terroristenkämpfer". Weitere Abschiebungen nach Deutschland sind angekündigt.