Überfahrt bei rauen Bedingungen

So gefährlich ist Gretas Atlantik-Überquerung

14. November 2019 - 14:04 Uhr

Greta Thunberg reist zur UN-Klimakonferenz

An Bord eines Katamarans hat die schwedische Klimaaktivistin Greta Thunberg am Mittwoch die USA verlassen. Sie segelt Richtung Madrid, wo sie ab 2. Dezember an der UN-Klimakonferenz teilnehmen will. Auf sie warten erneut anspruchsvolle Tage auf dem Atlantik – und raue Bedingungen.

Youtuber-Paar nimmt Greta Thunberg mit

In Hampton im US-Bundesstaat Virginia begann für Greta Thunberg der zweite Transatlantik-Törn innerhalb weniger Monate. "Wir segeln nach Hause", schrieb die 16-jährige Schwedin am Mittwoch auf Twitter zu einem Foto, das die Aussicht vom Katamaran "La Vagabonde" aufs Wasser zeigt. Das australische Youtuber-Paar Riley Whitelum und Elayna Carausu, das auf der "Vagabonde" um die Welt reist, sowie die englische Profi-Skipperin Nikki Henderson sollen Thunberg zurück über den Ozean bringen.

An Bord befinden sich außerdem der elf Monate alte Sohn von Whitelum und Carausu, Lenny, sowie Thunbergs Vater Svante. Svante Thunberg war bereits im August dabei, als seine Tochter vom norddeutschen Segelprofi Boris Herrmann und dessen Co-Skipper Pierre Casiraghi von England aus über den Atlantik nach New York gebracht wurde.

Mehr über Greta Thunberg und ihr Engagement sehen Sie in der großen TVNOW-Dokumentation "Wie eine 16-Jährige die Welt verändert". 

"Heimtückischer Nordatlantik" im Herbst

Greta Thunberg auf dem Rückweg nach Europa
An Bord des Katamarans "La Vagabonde" segelt Greta Thunberg Richtung Europa.
© dpa, Rob Ostermaier, mka fgj

Leicht werde der Törn nicht, warnte Whitelum im australischen Radiosender ABC. "Der Nordatlantik ist zu dieser Jahreszeit ziemlich heimtückisch." Denn: Im nördlichen Atlantik trifft der kalte Labradorstrom auf den warmen Golfstrom. Und da gibt es neben dichtem Seenebel vor allem im November heftige Stürme.

Außerdem drängt die Zeit: Während Thunbergs Hinfahrt zwei Wochen dauerte, dürften es mit dem Katamaran einige Tage mehr werden. Bis zum Konferenzbeginn waren es zur Abreise am Mittwoch noch 19 Tage.

UN-Klimakonferenz von Chile nach Spanien verlegt

Grund für die erneute Segelreise der jungen Schwedin ist die Verlegung der UN-Klimakonferenz von Chile nach Spanien. Eigentlich sollte die Konferenz in Santiago de Chile stattfinden – sie war einer der Hauptgründe dafür, weshalb Greta Thunberg im August überhaupt per Hochsee-Segeljacht über den Atlantik in die USA reiste. Chile sagte die Konferenz aber wegen der großen sozialen Proteste im Land ab, Spanien sprang als Gastgeber ein.

Thunberg, die wegen der hohen CO2-Emissionen aufs Fliegen verzichtet, hatte nach der Verlegung per Twitter nach einer kurzfristigen Mitfahrgelegenheit gesucht. Darauf meldete sich auch das australische Paar bei ihr.