Regenbogenflagge statt Sponsorenlogo

Hier gilt: Ein anderer Fußball ist möglich!

SV Borussia Leer setzt sich für Toleranz und Weltoffenheit ein
© RTL Nord

10. Mai 2021 - 15:34 Uhr

"Einer für alle, alle für einen"

Eli Loger spielt seit rund 15 Jahren Fußball beim SV Borussia Leer. "Fußball ist für mich Leidenschaft, Fußball ist einer für alle, alle für einen. Mit vielen unterschiedlichen Menschen zusammen sein." Als sie mit 18 Jahren anfängt Fußball zu spielen, ist sie noch mit einem Mann zusammen, im Laufe der Zeit ändern sich jedoch ihre Gefühle und vor etwa zehn Jahren outet sie sich als homosexuell. Auch wenn die Situation für Eli neu war, bei ihrem Verein war das kein Problem.

Regenbogenfarben statt Sponsorenlogo

Trikot des SV Borussia Leer
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"Ein anderer Fußball ist möglich!" – unter diesem Motto kämpft der SV Borussia Leer für Toleranz und Weltoffenheit. Die Mitglieder verknüpfen Fußball mit gesellschaftlichem Engagement. Mit verschiedenen Aktionen versuchen sie auch über den Sport hinaus etwas zu bewegen. Als erster Amateurverein unterstützen sie öffentlich den Boykott der wegen Menschenrechtsverletzungen umstrittenen Fußball-WM in Katar 2022. Und statt einem Sponsorenlogo wie bei anderen Vereinen, tragen die Spielerinnen und Spieler Regenbogenfarben und ein Zeichen der Solidarität zur Seenotrettung auf dem Mittelmeer auf der Brust.

Normal ist relativ

Eli Logers findet, dass ihr Verein besonders ist, vor allem, was Toleranz angeht. Abseits des Rasens ist die Homophobie für sie dagegen oft spürbar. "Ich hatte mir mit meiner Freundin ein Haus angeguckt und die Maklerin sagte mir: Der Eigentümer möchte aber, dass hier normale Menschen einziehen. Und da hab ich erstmal geschluckt.". Nicht nur auf der Straße, auch beim Thema Sport gibt es für sie Nachholbedarf. Sie wünscht sich, dass das, was in ihrem Verein, aber auch schon bei der Profi-Frauenmannschaft normal ist, auch im restlichen Profisport ankommt und homosexuelle Spieler sich outen.

TTR