Hessens Politik erinnert an ermordeten Minister Karry

Der damalige hessische Wirtschaftsminister Heinz Herbert Karry. Foto: Heinz Wieseler/dpa/Archivbild
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10. März 2020 - 15:00 Uhr

Knapp 40 Jahre nach dem Terrormord an Heinz Herbert Karry ist bei einer Feierstunde im Landtag an den damaligen hessischen Wirtschaftsminister erinnert worden. "Seinen Unternehmergeist, den er schon früh in seinem Leben entwickelte, setzte er dafür ein, dieses Land mitaufzubauen", sagte Ministerpräsident Volker Bouffier (CDU).

Hessens FDP-Vorsitzender Stefan Ruppert erklärte, Karry habe seinen Einsatz "für die politische Mitte, für Innovation, Infrastruktur und das Eintreten für die soziale Marktwirtschaft mit dem Leben bezahlt". "Der feige Mord linker Extremisten an unserem liberalen Vorbild ist uns Mahnung und Anspruch, die freiheitlich-demokratische Grundordnung gegen ihre extremistischen Feinde gleich welcher Prägung zu verteidigen", sagte Ruppert.

Landtagspräsident Boris Rhein erinnerte daran, dass Karry wegen seiner jüdischen Abstammung im Dritten Reich in ein Zwangsarbeitslager kam. Er sei sich sicher, dass Karry gegen das aktuelle Erstarken nationalistischer Gesinnung und extremer Gewalt aufgestanden wäre und seine Stimme deutlich erhoben hätte, erklärte Rhein.

Der FDP-Wirtschaftsminister war 1981 in seinem Haus in Frankfurt von Unbekannten im Schlaf getötet worden. Die linksradikalen "Revolutionären Zellen" hatten sich öffentlich zu dem Attentat bekannt. Täter konnten aber nicht ermittelt werden. Der FDP-Politiker war vor rund hundert Jahren am 6. März 1920 geboren worden.

Quelle: DPA