Nach Wolfsattacken in Nordhessen: Schäfer schlagen Alarm

Sesshafte Wölfin soll mehr als 22 Tiere gerissen haben

Ein Wolf schaut hinter einem Baum hervor. Foto: Lino Mirgeler/dpa/Archivbild
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27. Juli 2020 - 14:11 Uhr

Sorge der Schäfer nimmt zu

Seit es in Nordhessen eine sesshafte Wölfin gibt, kam es dort vermehrt zu Angriffen auf Nutztiere. Über 20 Attacken sollen auf das Konto der Wölfin gehen. Viele Schäfer versetzt das in Sorge, sie fordern jetzt stärkere Schutzmaßnahmen.

Wölfin kann Zäune überwinden

Die Schafs-Zäune haben eine vorgegebene Höhe von 1,20 Meter, mobile Zäune sind 90 Zentimeter hoch. Die Wölfin soll gelernt haben, diese zu überwinden. Und so an ihre Beute gelangt seien. "Der Mindestschutz ist nicht mehr ausreichend," so Burkhard Ernst, Sprecher des Landesverbandes für Schafszucht- und –Haltung. 

Wolfsschutz wird immer schwieriger

Auflagen gibt es viele, allerdings nur für erwerbsmäßig Schäfer. Doch davon gibt es in Hessen nur 70 Stück. Das Hauptproblem beim Wolfsschutz seien die Kleinschafhalter. Für diese gelten die strengen Vorschriften nicht. Oft schützen sie ihre Tiere nur mit einem Maschendrahtzaun und machen es der sesshafte Wölfin so noch leichter, an ihre Beute zu gelangen.

"Wir erwarten, dass Konsequenzen gezogen werden."

Der Landesverband für Schafzucht und –Haltung fordert von der hessischen Regierung nun endlich einen verbindlichen Schutz vor Wölfen und hofft, dass schnell etwas gegen die übergriffige Wölfin vorgenommen wird.