Schulöffnungen in Hessen wegen steigender Corona-Zahlen gekippt

Ist Nachhilfe in Milliardenhöhe die Lösung für die Ausfälle?

Fördermittel für Kinder
Fördermittel für Kinder
© dpa, Frank Rumpenhorst, fru tba

17. März 2021 - 10:55 Uhr

Schwere Folgen für hessische Schulen

Aufgrund der steigenden Infektionszahlen bleiben die Schulen in der Stadt und im Kreis Offenbach, sowie in Hanau und im Main-Kinzig-Kreis vor Ostern geschlossen. Doch durch die ständigen Ausfälle und das Home-Schooling,entstehen Lücken, die manch ein Elternteil nicht füllen kann. Bund und Länder haben sich diesbezüglich einen Lösungsansatz in Milliardenhöhe überlegt.

Hessens Inzidenz steigt weiterhin an

Es nimmt kein Ende: Das Robert Koch-Institut (RKI) vermeldet am Mittwoch (Stand 0:00 Uhr), dass die Anzahl der Covid-19 Fälle auf 1.174 angestiegen ist. Außerdem starben weitere 35 Menschen an oder mit dem Coronavirus. Die Gesamtzahl der Todesopfer liegt damit bei 6.094.

Das RKI teilte zusätzlich mit, dass seit dem Beginn der Pandemie mittlerweile in Hessen 200.311 Corona-Fälle gemeldet wurden.

Die Sieben-Tage-Inzidenz stieg somit hessenweit auf 93,4. Die höchste Zahl an Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner binnen einer Woche verzeichnet weiterhin die Stadt Offenbach (167,3). Unter 50 liegen nur noch der Kreis Schwalm-Eder (35,6) und Darmstadt (46,9).

Förderprogramm aufgrund der Pandemie

Aufgrund des ständigen Schulausfalls während der Corona-Pandemie planen Bund und Länder aktuell ein sehr ausführliches Programm für Schüler. Sie sollen die Möglichkeit bekommen, entstandene Lernrückstände wieder aufzuholen.

Die Gespräche diesbezüglich laufen bereits einige Zeit, doch nach Angaben von Hamburgs Bildungssenator Ties Rabe (SPD) haben sich die SPD-geführten Bundesländer nun aber auf konkrete Eckpunkte geeinigt.

"Die Schülerinnen und Schüler haben im vergangenen Jahr fast die halbe Zeit die Schule nicht besuchen können. Wir sind uns angesichts des Ausfalls einig, dass gehandelt werden muss, damit keiner den Anschluss verliert", sagte Rabe der Deutschen Presse-Agentur. Seinen Angaben zufolge könnte das Förderprogramm einen Umfang von einer Milliarde Euro haben. Das sei zumindest die "Arbeitshypothese" zwischen Bund und Ländern.

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Jedem vierten Schüler kann geholfen werden

Nach den Vorstellungen der SPD-geführten Länder könne mit dem Geld etwa jedem vierten oder fünften der rund elf Millionen Schüler in Deutschland ein Angebot für eine Lernförderung gemacht werden. Diese könnten wie folgt aussehen:

Entweder zwei Extra-Stunden pro Woche in Kleingruppen über ein gesamtes Schuljahr verteilt oder vier Förderstunden pro Woche verteilt über ein halbes Schuljahr.

Dies sollte nach Angaben Rabes möglichst unter dem Dach der Schulen stattfinden. Zum Einsatz kommen könnten Nachwuchslehrer im Studium, pensionierte Lehrkräfte oder Volkshochschulpersonal.

Förderung als Initiative von Bund und Ländern

Über die Notwendigkeit eines gemeinsamen Bund-Länder-Programms zur Unterstützung bestehender Fördermaßnahmen in den Ländern sind sich alle einig. Die Kultusministerkonferenz hatte dazu bereits Beschlüsse gefasst.

Hessens Kultusminister Alexander Lorz (CDU): "Wir müssen alles dafür tun, dass die Kinder und Jugendlichen die Lernrückstände, die in der Corona-Zeit entstanden sind, wieder ausgleichen können. Deshalb ist die gemeinsame Initiative von Bund und Ländern für ein entsprechendes Förderprogramm gut und richtig." Auch Bundesbildungsministerin Anja Karliczek (CDU) hatte sich für ein "großes Nachholprogramm" ausgesprochen.

Über die Details wird nun noch verhandelt - etwa, in welcher Höhe genau sich Bund und Länder daran beteiligen und welche Schüler konkret ein Förderangebot bekommen sollen.