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Forscher äußern vorsichtigen Verdacht

Herzprobleme bei Haustieren könnten Corona-Zusammenhang haben

Auch unsere treuen, tierischen Begleiter können sich mit dem Corona-Virus infizieren.
Auch unsere treuen, tierischen Begleiter können sich mit dem Corona-Virus infizieren.
© iStockphoto, Victoria Vitkovska;vvvita

22. März 2021 - 14:42 Uhr

Auch Haustiere wohl nicht vor Covid-19 sicher

Eine vorläufige britische Studie von Tierärzten, die bislang noch nicht in einem Fachmagazin veröffentlicht wurde, zeigt, dass sich einzelne Haustiere wohl mit der britischen Variante B.117 des Corona-Virus infiziert haben. Außerdem könnte ein Zusammenhang mit steigenden Herzproblemen bei Tieren bestehen. Oder ist das doch nur Zufall? Sogar die Wissenschaftler selbst raten, ihre Ergebnisse mit Vorsicht zu betrachten.

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Zusammenhang von Herzmuskelentzündung und Covid-19?

Die vorläufige Studie zeigt zunächst die Möglichkeit eines Zusammenhangs zwischen Herzproblemen und dem Coronavirus anhand einer kleinen Stichprobengröße. Es handelt sich um eine Preprint-Studie, das heißt, sie wurde bislang nur online veröffentlicht, damit andere Wissenschaftler sie beurteilen, einordnen und auf Fehler hinweisen können. Sie müssen sich also aktuell noch keine großen Sorgen um Ihren tierischen Begleiter machen, die Studie ist nicht als Beweis zu betrachten.

Durchaus könnte aber ein Zusammenhang vermutet werden und Tierärzte sind damit sensibilisiert, bei Herzmuskel-Problemen eine Corona-Infektion des Tieres in Betracht zu ziehen.

Anstieg von Herzproblemen verläuft parallel zur britischen Corona-Variante

Grund zu der Annahme sei ein signifikanter Anstieg von Herzmuskelentzündungen bei Katzen und Hunden in der kardiologischen Abteilung des Ralph Veterinary Referral Centre in London zwischen Dezember 2020 und Februar 2021.

"Dieser plötzliche Anstieg der Fälle schien die Kurve und den Zeitplan der COVID-19- Pandemie in Großbritannien aufgrund der B117-Variante zu imitieren, die Mitte Dezember 2020 begann und Ende Januar 2021 ihren Höhepunkt erreichte", schreibt das Forscher-Team. Allerdings hatte keines der untersuchten Tiere klassische Corona-Symptome wie leichte Verdauungs- oder Atemprobleme.

Forscher mahnen selbst zur Vorsicht

Die Forscher formulieren ihre Annahmen noch sehr vorsichtig, sprechen von "zumindest einem interessanten Zufall". Der Anstieg an Herzmuskelentzündungen betraf zwar nur 18 Tiere, aber eben zehnmal so viele, wie in anderen Zeiträumen. Außerdem stellte das Team fest, dass die meisten Besitzer der kranken Haustiere drei bis sechs Wochen vorher Covid-19-Symptome hatten und einige positiv auf das Virus getestet wurden.

"Angesichts dieses Zufalls und der faszinierenden gleichzeitigen Entwicklung der Herzmuskelentzündungen bei diesen Haustieren und des B117-COVID-19-Ausbruchs in Großbritannien haben wir beschlossen, die SARS-CoV-2-Infektion bei diesen Tieren zu untersuchen" , fügte das Team hinzu.

Tiere auf Corona getestet - mit interessanten Erkenntnissen

Die Forscher sammelten Blutproben, Rektal- und Nasentupfer von sechs Katzen und einem Hund sowie nur Blutproben von zwei weiteren Katzen und zwei Hunden. Dabei wurde das Blut auf Coronavirus-Antikörper und die Tupfer auf Virusreste getestet. Mindestens fünf der Tiere hatten Kontakt mit einem positiven Fall. Alle Nasenabstriche waren aber negativ, bei zwei Katzen und einem Hund wurde eine geringe Viruslast nachgewiesen. Drei andere Tiere hatten ein positives Ergebnis im Antikörper-Test. Und zwar handelt es sich dabei um die Tiere, deren Besitzer ein positives Ergebnis hatten.

Forscher: "Keine Panik"

"Wir wollen keine unnötige Panik verbreiten", schreibt das Forscherteam. "Vor allem, weil wir im Moment den starken Verdacht haben, dass das Virus vom Menschen auf das Haustier übertragen wird, aber nicht umgekehrt." Das wisse man zwar nicht genau, aber Tierärzte sollten sich dessen bewusst sein, führt das Team ihre Ausführung fort. Verhältnismäßig zum Beispiel zu Nerzen, wurden bei Haustieren bislang nur wenige Corona-Fälle nachgewiesen.

Die Entdeckung, dass Hunde und Katzen mit der britischen Variante infiziert wurden, halten die Forscher für wichtig. Um einen klaren Zusammenhang mit den Herzproblemen nachzuweisen, brauche man aber noch weitere Informationen.

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