Starker Auftritt

Herzogin Camilla entsetzt von Normalität sexualisierter Gewalt gegen Frauen

28. Oktober 2021 - 13:26 Uhr

Herzogin von Cornwall: „Kultur des Schweigens“ durchbrechen

Emotional, stark und mit einer sehr wichtigen Botschaft: Herzogin Camilla (74) hat mehr Einsatz im Kampf gegen sexuelle Gewalt gegen Frauen gefordert. Es gelte, eine "Kultur des Schweigens" zu durchbrechen, sagte die Ehefrau von Thronfolger Prinz Charles am Mittwochabend in London. Im Video zeigen wir Ausschnitte ihrer flammenden Rede.

Mehr Unterstützung für Opfer

"Wie viele Frauen müssen noch ermordet oder vergewaltigt werden, bevor wir uns alle zusammentun und eine gewaltfreie Welt bilden?", so die Herzogin von Cornwall beim Startschuss für das Projekt Shameless, das die Einstellung zu sexueller Gewalt ändern will. Um die Lügen, Worte und Taten zu beseitigen, die eine Kultur fördern, in der sexuelle Übergriffe als normal angesehen werden, sei es nötig, die ganze Gemeinschaft, Männer und Frauen einzubinden.

Die 74-Jährige verwies auch auf den Mord an der Londonerin Sarah Everard, der sie schockiert habe. Im Durchschnitt werde alle drei Tage im Vereinigten Königreich eine Frau von einem Mann getötet, sagte Camilla. Opfer sexueller Gewalt und Angehörige litten "unvorstellbare Qualen". Ein hoher Anteil der belästigten Frauen melde die Taten nicht - aus "Scham", betonte die Schwiegertochter von Queen Elizabeth. "Oft führt dieses Schamgefühl dazu, dass das Opfer sich selbst die Schuld gibt, fälschlicherweise die Verantwortung für das Verbrechen übernimmt und sich vor anderen verstecken will - und doch hat sie nichts falsch gemacht." Opfer müssten unterstützt werden, forderte Camilla. (dpa/abl)