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Herzog: Einmal Bundespräsident sein reicht

Herzog: Einmal Bundespräsident sein reicht

Herzog: Einmal Bundespräsident sein reicht
Altbundespräsidenten unter sich: Köhler, von Weiszäcker, Scheel, Herzog (von links nach rechts)
dpa, Tim Brakemeier

"Keine Möglichkeit der Wiederwahl wäre besser"

Altbundespräsident Roman Herzog hat sich für eine Verkürzung der möglichen Amtszeit des deutschen Staatsoberhaupts ausgesprochen. "Eine Begrenzung auf eine siebenjährige Amtszeit, also keine Möglichkeit der Wiederwahl, wäre besser", sagte er der Tageszeitung 'Die Welt'. Derzeit kann ein Bundespräsident nach fünf Jahren für eine zweite Amtszeit wiedergewählt werden. "Wenn die ersten fünf Jahre gut laufen, erwartet das Volk von den zweiten fünf Jahren Wunderdinge. Sie können aber keine Wunder produzieren", sagte Herzog zur Begründung.

"Wenn Sie als Bundespräsident das erste Mal auf einem Ball Ihre Frau küssen, dann ist das eine Sensation", erklärte er. Das trage aber nicht über Jahre. "Das wird Herr Gauck vielleicht auch bei seinen Reden zur Freiheit merken", so Herzog weiter.

Das Amt des Bundespräsidenten hält Herzog für notwendig, denn das Volk "braucht jemanden, der das Gemeinsame ausdrückt, und sei es noch so banal". Das könne nur der Bundespräsident leisten. Ein Regierungschef hingegen käme immer wieder in die Situation, in denen er aus der Notwendigkeit heraus Entscheidungen treffen muss, die unpopulär sind.

Am Sonntag wird die Bundesversammlung im Berliner Reichstag den Nachfolger für den zurückgetretenen Bundespräsidenten Christian Wulff bestimmen. Die Wahl des 72 Jahre alten parteilosen Theologen Joachim Gauck gilt als sicher.