Hertha feiert ersten Saisonsieg - Paderborn Tabellenletzter

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21. September 2019 - 18:50 Uhr

Die Erleichterung war den Profis von Hertha BSC anzusehen, als sie nach dem erlösenden ersten Saisonsieg in der Fußball-Bundesliga vor ihrer Fankurve im Olympiastadion tanzten.

Durch das mühevolle 2:1 (1:0) gegen den SC Paderborn machten die Berliner am Samstag einen ersten kleinen Schritt aus der sportlichen Krise und beförderten den Aufsteiger ans Tabellenende. Während die Hauptstädter von Trainer Ante Covic selbst den 18. Platz verließen, sind die Ostwestfalen von Coach Steffen Baumgart als einzige noch sieglose Mannschaft der Bundesliga nun Letzter.

"Es ist ein sehr wichtiger Moment für uns, dass wir das erste Mal gewinnen. Eigentlich beginnt die Saison für uns erst jetzt", sagte Berlins Marko Grujic. Die Leihgabe vom FC Liverpool sprach vom großen Druck, den jeder im Team nach dem schlechtesten Saisonstart der Hertha seit 29 Jahren verspürt habe. Nur einen Punkt holten die Berliner zuvor aus den ersten vier Begegnungen. Doch auch der Erfolg gegen Paderborn war noch nicht wirklich überzeugend. "Du zitterst dich bis zur 90. Minute durch. Nichtsdestotrotz freue ich mich, dass die Jungs morgen mit drei Punkten aufwachen", sagte Covic.

Javairo Dilrosun (10. Minute) und Marius Wolf (52.) erzielten die Treffer für die Hausherren, die sich phasenweise sehr schwer taten und spielerisch kaum glänzen konnten. Ben Zolinski (54.) schaffte für die mutigen Paderborner nur noch das Tor zum Anschluss. "Die Jungs behalten den Kopf oben, wir haben ein gutes Spiel gemacht", sagte Baumgart, obwohl sein Team weiter nur einen Punkt auf dem Konto hat: "Wir hätten die eine oder andere Situation besser nutzen können."

Vor 43.588 Zuschauern erwischte Hertha den perfekten Start. Der 21 Jahre alte Dilrosun nutzte die noch nicht geordnete Defensive der Gäste aus und traf nach einer starken Einzelleistung zur Führung. Der Niederländer lief von der Seitenlinie bis kurz vors Tor - und belohnte sich bei seinem Startelf-Debüt mit dem ersten Saisontreffer.

Covic hatte Dilrosun im Vergleich zum 1:2 in der Vorwoche in Mainz für Dodi Lukebakio in die Anfangsformation gestellt, auch in der Defensive gab es einen Wechsel. Lukas Klünter ersetzte Jordan Torunarigha. Paderborn tauschte nach dem bitteren 1:5 am vergangenen Sonntag beim FC Schalke 04 nur auf einer Position. Für Streli Mamba bot Trainer Baumgart im Angriff den starken Ben Zolinski auf.

Zolinski bot sich in der 27. Minute zunächst auch Paderborns beste Chance. Die Gäste hatten in der ersten Halbzeit Vorteile beim Ballbesitz und kamen mehrfach vor das Tor von Hertha-Keeper Rune Jarstein. Doch sowohl Sebastian Vasiliadis mit einem Kopfball (13.) als auch Sven Michel (41.) mit dem Fuß scheiterten.

Während die Paderborner gut mitspielten und Berlin immer wieder vor Probleme stellten, lief bei Hertha offensiv zu wenig zusammen. Zwar hatte Covic vorher gefordert, den Fokus auch mehr auf die Defensive zu legen. Insgesamt war die Vorstellung in der ersten 45 Minuten aber zu uninspiriert, um eventuell schon für eine Vorentscheidung zu sorgen. Ondrej Duda stand eine Minute vor der Pause ganz alleine vor dem Tor, konnte diese Möglichkeit aber nicht nutzen.

Turbulent wurde es zu Beginn der zweiten Hälfte. Erst bereitete Dilrosun den Treffer von Wolf schön vor, nur eine Minute später gelang Paderborns Zolinski der Anschlusstreffer. Fast wäre darauf noch der Ausgleich gefolgt, doch Cauly Oliveira Souza (55.) scheiterte knapp. Zweimal jubelten die Berliner schon über das vermeintliche 3:1: Doch die Treffer des eingewechselten Vladimir Darida (68.) und Davie Selke (74.) wurden aufgrund von Abseitsstellungen nicht anerkannt.

Quelle: DPA