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Auch deutscher Galoppsport reagiert

Herpes-Verdachtsfall führt zu Panik bei Reitturnier in Südspanien

Der deutsche Reiter Richard Vogel berichtet von einem Panikausbruch bei einer Turnier-Serie in Spanien
Der deutsche Reiter Richard Vogel berichtet von einem Panikausbruch bei einer Turnier-Serie in Spanien
© imago images/Rene Schulz, rscp - FRANK HEINEN via www.imago-images.de, www.imago-images.de

06. März 2021 - 11:32 Uhr

Deutscher Reiter Vogel berichtet von überstürzten Abreisen

Im Reiterlager geht die Angst vor dem gefährlichen Herpes-Virus EHV-1 um. Ein unbestätigter Verdachtsfall bei einer Serie von Reitturnieren in Südspanien hat zu Panik und überstürzten Abreisen geführt. Das berichtete der Springreiter Richard Vogel.

Bereits sieben Pferde gestorben

"Da standen 50 Leute vor der Meldestelle und wollten Gesundheitspapiere für ihre Pferde haben, um abreisen zu können", wird Vogel vom Fachmagazin "St. Georg" zitiert. Einige seien ohne die notwendigen Dokumente aus Vejer de la Frontera losgefahren, "haben auch Sattelschränke, Schubkarren und alles Mögliche einfach hiergelassen".

Zuvor war bekannt geworden, dass ein aus Belgien stammendes Pferd "neurologische Anzeichen von EHV-1" gezeigt hatte, obwohl es negativ auf das Virus getestet worden war. Nach Angaben der Veranstalter der Sunshine Tour sei das Tier nicht in Valencia gewesen. Dort war bei einer Reitsportserie vor rund zwei Wochen erstmals die aggressive Herpes-Variante festgestellt worden, die bislang zum Tod von mindestens sieben Pferden geführt hat, darunter fünf von deutschen Reitern.

Turnier-Serie wird abgebrochen

Wegen des Pferdes mit Herpes-Symptomen wird die Turnier-Serie in Vejer de la Frontera abgebrochen. Zunächst sollte erst kommende Woche nicht mehr geritten werden, um eine "geordnete Abreise der Pferde zu gewährleisten", so der deutsche Verband FN. Ursprünglich sollte die Sunshine Tour bis Ende März laufen. In Vejer sind auch mehrere Deutsche am Start, darunter die Weltmeisterin Simone Blum.

Vogel will wie die meisten Deutschen vorerst in Vejer bleiben. "Es bringt doch nichts, jetzt durch Europa zu reisen", sagte der Reiter: "Wenn jeder erst einmal dort bleiben würde, wo er ist, wäre das für alle das Beste."

Aus Valencia waren mehrere Teilnehmer überstürzt abgereist und hatten das Virus nach Angaben des Weltverbandes FEI in mindestens drei weitere europäische Länder getragen.

Internationale Reitturniere abgesagt

Wegen des EHV-1-Ausbruchs sagte der Weltverband FEI alle internationalen Turniere in Deutschland und in neun weiteren Ländern bis 28. März ab. Der Ausbruch sei "wahrscheinlich der schlimmste in Europa seit vielen Jahrzehnten", sagte FEI-Generalsekretärin Sabrina Ibanez. Auf Menschen überträgt das Virus keine Krankheiten.

Galopprennsport führt Impfpflicht ein

In Deutschland reagierte auch der deutsche Galopprennsport auf den Ausbruch des Equinen Herpesvirus: Ab sofort gilt eine Impfpflicht für Pferde, die an Rennen teilnehmen wollen. Das gab der Dachverband Deutscher Galopp bekannt. Die Regelung gilt demnach schon für den Renntag am Sonntag in Dortmund.

Aktuell seien unter den Vollblutrennpferden weltweit noch keine Infektions-Fälle aufgetreten. Zudem sei in Deutschland die Mehrzahl der Rennpferde und Vollblutzucht-Pferde bereits geimpft, für Zuchtbetriebe sei das seit Jahren Pflicht. Diese Impfverpflichtung wurde nun ausgedehnt.

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