Schlange war am Kellereingang

Hier wird die giftige Kobra endlich eingefangen

2. September 2019 - 14:28 Uhr

Mäharbeiten schreckten die Kobra auf

Aufatmen in Herne. Nach fünf Tagen Ungewissheit ist die Suche nach der giftigen Kobra endlich vorbei. Die Schlange war am Freitagnachmittag bei Mäharbeiten in einer Kelleröffnung entdeckt worden. Kurz darauf fing ein Schlangenexperte das Tier unter einer Stufe am Kellereingang des Mehrfamilienhauses und trug es in einer Plastikkiste mit roten Totenkopf-Aufklebern aus dem Haus. Wie der Experte die Schlange schnappte - im Video.

Schlange hin oder her: Bewohner kehrten in Wohnungen zurück

Nachbarn klatschten Beifall, als die Giftschlange in einem Feuerwehrauto davongefahren wurde. Die Suche nach der rund 1,60 Meter langen Monokelkobra hatte die Menschen in Herne tagelang in Atem gehalten. Die 30 Bewohner des Gebäudekomplexes durften tagelang nicht in ihre Wohnungen. Mittwoch und Donnerstag hatten Experten der Feuerwehr Düsseldorf akribisch noch mal alles abgesucht. Die Keller und das Dachgeschoss wurden dann versiegelt. Die Stadt gab den Bewohnern am Freitagnachmittag die Garantie, dass sich die Schlange nicht in ihren Wohnungen und im Treppenhaus befindet. Wer wollte, konnte danach wieder in sein Zuhause. 

Hernes Ordnungsdezernent ging zu dem Zeitpunkt davon aus, dass das Tier noch im Keller ist - und dass es ohne Nahrung und Flüssigkeit dort in den nächsten Wochen wohl verenden werde. Kurz darauf machten sich bereits die ersten Bewohner daran, wieder in ihre Wohnungen zurückzukehren, Schlange hin oder her.

"Ich habe schon oft Schlangen gesehen, aber das war ein Schock für mich"

Nach 5 Tagen wurde die entwische Kobra in Herne wieder eingefangen.
Die entwischte Kobra in Herne in ihrer Box.
© dpa, Marcel Kusch, mku wst

Nach der Rückkehr der ersten Bewohner überschlugen sich die Ereignisse: Ein Nachbar regte bei einem Ortstermin an, aus Sicherheitsgründen den hohen Grasbewuchs hinter dem Gebäude abzumähen. Weil direkt hinter dem Haus die Stadtgrenze zu Castrop-Rauxel liegt, kommen kurz darauf erst der Bürgermeister von Castrop-Rauxel und dann der Stadtbetrieb Castrop-Rauxel mit einem großen Mähroboter. Der macht so viel Lärm, dass die Schlange aufgeschreckt wird.

Wenige Meter entfernt steht Andreas Wilczek vom Stadtbetrieb. Er sieht etwas in der Öffnung. "Sie hat sich bewegt und versucht, sich zu verstecken", erzählt der 52-jährige Müllwagenfahrer. Er habe ein "gelb-goldfarbiges Tier" gesehen. "Ich habe schon oft Schlangen gesehen, aber das war ein Schock für mich", berichtet er. Er verständigt seinen Gruppenleiter. Der schlägt sofort Alarm. Wenig später ist der Bereich weiträumig abgesperrt und der Schlangenexperte verständigt. Keine anderthalb Stunden nach der erneuten Sichtung kann er das Tier lebend fangen. Es hatte sich zuletzt noch unter einer Terrassen-Betonplatte versteckt.

Besitzer ist untergetaucht

Christoph Hüsken, Pressesprecher der Stadt Herne spricht vor einem Mehrfamilienhaus mit Journalisten. Eine giftige Kobra ist am Sonntag einem Schlangenhalter in Herne entwischt. Vier Reihenhäuser wurden daraufh
Entwischte Kobra in Herne: Viel Betrieb vor dem Haus.
© dpa, Caroline Seidel, cas

"Endlich ist sie weg und wir können wieder rein", sagt Collin Bleck. Der junge Mann hatte am vergangenen Sonntag das bislang einzige Foto der Schlange im Hausflur gemacht, nachdem seine Freundin Lisa-Marie Schapeit das hochgefährliche Tier zuvor im Treppenhaus gesehen hatte.

Der Besitzer der Schlange, ein 22-Jähriger, ist untergetaucht. Er hatte 13 Schlangen offiziell angemeldet, in seiner Wohnung wurden aber deutlich mehr Tiere gefunden, darunter 20 giftige. Er soll damit gehandelt haben, bestreitet aber, dass die verschwundene Schlange aus seinen Beständen stammt. Wohl deshalb, weil die Rechnung für den Einsatz der Besitzer der Schlange zahlen dürfte. Kann nicht nachgewiesen werden, dass das Tier ihm gehört, muss der Steuerzahler die Kosten tragen. Ob der Mann wieder in seine Wohnung zurückkehrt, ist offen.