Hepatitis E im Schweinefleisch: Britischer Supermarkt soll tausende Kunden angesteckt haben

War Schweinefleisch aus einem Supermarkt Träger der Viren?
War Schweinefleisch aus einem Supermarkt Träger der Viren?
© dpa, Marc Tirl

20. August 2017 - 16:34 Uhr

Produkte sollen aus Holland und Deutschland kommen

Seit 2010 stecken sich in Großbritannien - wie auch in Deutschland - immer mehr Menschen mit dem Hepatitis-E-Erreger an. Nun hat das öffentliche Gesundheitswesen untersucht, wie es dazu kommen konnte. Die Spur führt in einen namentlich nicht genannten Supermarkt in Großbritannien, wie mehrere Medien dort übereinstimmend berichten. 

Erreger unter anderem in Schweine-Würstchen

Der Studie zufolge hätten sich in dem Supermarkt möglicherweise 150.000 bis 200.000 Kunden im Jahr infiziert. Die Ware sei vor allem aus Holland und Deutschland gekommen, wie der 'Mirror' schreibt. Der nachgewiesene Virusstamm käme bei einheimischen Schweinen nicht vor. 

Für die Studie wurden 60 Patienten mit einer Hepatitis-E-Erkrankung zu ihrem Einkaufsverhalten befragt. Laut der britischen 'Daily Mail' soll es sich dabei um Produkte der Eigenmarke des Supermarktes handeln. Die Behörden in Großbritannien hätten sich entschieden, den Namen des Supermarktes zunächst nicht zu nennen, weil ein Anstieg der Erkrankungen bereits seit sieben Jahren verzeichnet wird.

Auch in Deutschland immer mehr Fälle von Hepatitis E

Bei Hepatitis E handelt es sich um eine Leberentzündung, die oft unentdeckt bleibt. Wurden 2014 laut Bundesinstitut für Risikobewertung noch 670 Fälle gemeldet, waren es 2015 bereits 1.246 Fälle. Die Ursachen seien unbekannt. Hepatitis E kann etwa durch Schweinefleisch übertragen werden und ist für die meisten Menschen ungefährlich, für Immungeschwächte und Frauen im letzten Schwangerschaftsdrittel aber lebensbedrohlich.

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