Lebensmittelkontrolleure finden Infektionsherd

Hepatitis-A-Ausbruch in Dummerstorf: Bäckerei-Mitarbeiter konnten sich Hände nicht waschen

Hepatitis-A-Ausbruch in Bäckerei
Hepatitis-A-Ausbruch im Landkreis Rostock (Foto: Motivbild)
kne bwe, dpa, Peter Kneffel

Hepatitis-A-Spuren auf Lichtschalter entdeckt

In Dummerstorf im Landkreis Rostock hat es einen größeren Hepatitis-A-Ausbruch gegeben. Wie der Landkreis auf seiner Homepage erklärte, soll eine Bäckerei im Zentrum der Infektionsverbreitung stehen. Bis Freitagmittag seien 23 Infektionen bestätigt worden. Drei Testergebnisse stünden noch aus. Das Gesundheitsamt versucht nun, weitere Ansteckungen zu verhindern.

Ansteckung ging wohl von Bäckereimitarbeiter aus

In Probe von einem Lichtschalter sei der Nachweis von Hepatitis-A-RNA gelungen, teilte der Landkreis Rostock mit. Das bestätige den anfänglichen Verdacht, dass die Infektionsquelle für den Hepatitis-A-Ausbruch eine Erkrankung aus der Belegschaft der Filiale ist. Die Bäckereimitarbeiter sind freigestellt und werden nun näher untersucht. Die Bäckerei wurde vorerst vom Lebensmittelüberwachungsamt geschlossen.

Offenbar konnte sich das Virus in der Filiale offenbar ungehindert verbreiten, weil die Mitarbeiter keine Möglichkeit hatten, sich die Hände ordentlich zu waschen. Lebensmittelkontrolleure hätten festgestellt, dass ein Waschbecken in der Bäckerei defekt gewesen sei. Die Mitarbeiter hätten sich seit längerem nur in einem Spülbecken die Hände Waschen können.

Kontaktpersonen müssen sich jetzt vorsorglich impfen lassen

Laut dem Landkreis Rostock mussten vier Infizierte im Krankenhaus behandelt werden. Die Behörden hätten rund 101 Kontaktpersonen ermittelt. Sie müssten sich nun einer vorsorglichen Impfung unterziehen und hätten vorerst Tätigkeits- und Besuchsverbot.

Bei fünf der Infektionen gebe es keinen sicheren Zusammenhang zur Bäckerei. Daher würden in drei weiteren Betrieben in der Gemeinde Dummerstorf weitergehende Untersuchungen von Mitarbeitern veranlasst. Auch Trinkwasserproben werden noch untersucht, um die unwahrscheinliche Möglichkeit auszuschließen, dass Betroffenen sich so angesteckt haben könnten, teilte der Landkreis mit.

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Händewaschen kann vor Übertragung von Hepatitis-A schützen

Wie der Kreis erklärte, sollen die Kontaktpersonen nun sogenannte Riegelungsimpfungen erhalten. Dabei werde der Impfstoff innerhalb der Inkubationszeit verabreicht. Das Immunsystem bekomme so die Chance Antikörper aufzubauen, was im besten Fall eine Ansteckung verhindern könne. Die Inkubationszeit bei Hepatitis-A ist relativ lange. Nach dem Kontakt mit einem Infizierten dauert es in der Regel 15 bis 50 Tage, bevor die ersten Symptome auftreten.

Das Hepatitis-A-Virus ist weltweit verbreitet, Infektionen sind in Deutschland aber relativ selten. Im Jahr 2018 wurden 1.043 Fälle gemeldet, im Jahr davor 1.234. Bei einer Ansteckung entzündet sich die Leber. Das Virus wird durch verunreinigte Speisen, Wasser und Gebrauchsgegenstände, aber auch durch zwischenmenschliche Kontakte übertragen. Ein Kreissprecher betonte, dass die Einhaltung allgemeiner Hygieneregeln vor der Übertragung der Hepatitis-A schützen könnten. Vor allem das Händewaschen, insbesondere nach Toilettengängen und vor dem Umgang mit Lebensmitteln seien wichtig.