Helmut Schmidt meldet sich zu Wort: Wulff ist "ein Opfer seiner selbst"

Helmut Schmidt (SPD) war von 1974 bis 1982 der fünfte Bundeskanzler der Bundesrepublik Deutschland.
Helmut Schmidt (SPD) war von 1974 bis 1982 der fünfte Bundeskanzler der Bundesrepublik Deutschland.
© dpa, Wolfgang Kumm

12. März 2012 - 13:07 Uhr

Dem Amt "schweren Schaden zugefügt"

In der Debatte um Ex-Bundespräsident Christian Wulff meldet sich nun Altbundeskanzler Helmut Schmidt zu Wort: Er sagt, Wulff habe seinem Amt "schweren Schaden zugefügt" und "gleich die gesamte politische Klasse mit beschädigt".

Weiter denkt Schmidt, Wulff sei "ein Opfer seiner selbst" und nicht, wie oft behauptet, eines der Medien geworden. Dies sagte er in einem Interview mit 'Bild'. Er sei nicht nur als Ministerpräsident von Niedersachsen zu jung gewesen, sondern auch für das höchste Staatsamt "zehn Jahre zu jung".

Zum politischen Wirken von Präsidentschaftskandidat Joachim Gauck sagte der Altbundeskanzler, Gauck sei mit seinen 72 Jahren relativ alt und bringe viel Lebenserfahrung mit ins Amt. Er kenne Gauck nicht näher, "aber alles, was ich von ihm weiß, klingt angenehm".

Zuvor hatte Wulff zu den 199.000 Euro Ehrensold jährlich ein Büro und eigene Mitarbeiter gefordert. Kostenpunkt: Zusätzliche 280.000 Euro im Jahr! Das Präsidialamt wolle die Arbeitsräume im kommenden Haushalt beantragen, schreibt der 'Spiegel'. Der Ex-Präsident wolle behandelt werden wie die vier anderen noch lebenden Ex-Staatsoberhäupter.