Von Red Bull ausgearbeitet

Helmut Marko stellt Sicherheitskonzept für F1-Auftakt in Spielberg vor

Formula One - F1 - Russian Grand Prix
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19. Mai 2020 - 13:16 Uhr

Melbourne-Desaster darf nicht wieder passieren

Dass nur ein positiver Corona-Fall wie in Melbourne zum Abbruch des Rennwochenendes führt, das soll sich beim Saison-Neuauftakt in Spielberg auf keinen Fall wiederholen. Aus diesem Grund hat Red Bull als Streckenbetreiber ein Sicherheitskonzept ausgearbeitet, das einem erneuten Fiasko vorbeugen soll. Der Motorsportberater des Teams, Helmut Marko, stellte jetzt den Plan vor.

Das passiert bei einem positiven COVID-19-Test

"Es gibt mehrere Zentren, die sogenannten Isolationsstationen. Sobald sich ein Verdacht ergeben sollte, wird [die betroffene Person] sofort dorthin [gebracht] und wird vom Rest der Mannschaft sofort isoliert. Und das ganze andere Team wird sofort wieder massiv untersucht", erläuterte Marko dem ORF den Notfallplan.

Dass der überhaupt umgesetzt werden muss, hält der Österreicher jedoch für unwahrscheinlich: "Ich glaube, in der Gegend [um die Strecke] braucht sich generell niemand zu fürchten. Alle, die hier einreisen, werden getestet. Jedes Team hat eine Reduzierung des Personals um ungefähr 50 Prozent vorgenommen. Das sind also im Schnitt 80 Personen. Und diese 80 Personen werden schon vorgetestet."

"Durchlaufende Testung" soll maximale Sicherheit garantieren

Kritiker vertreten allerdings den Standpunkt, dass Tests im Vorfeld aufgrund der langen Inkubationszeit von COVID-19 nur unzureichend sind und Infektionen möglicherweise nicht rechtzeitig erkannt werden. Entsprechend Sorgen der Bevölkerung rund um den Red-Bull-Ring versuchte Marko zu entkräften: "Es wird eine durchlaufende Testung aller Personen im Fahrerlager geben. Da ist auch dieser Unsicherheitsfaktor über die längere Inkubationszeit nicht gegeben. Es ist alles menschenmögliche getan, dass hier keine weitere Infektion stattfinden kann", versicherte der 77-Jährige.

Zudem solle das Personal der Rennställe strikt getrennt voneinander logieren, um Ansteckungen unter den Teams möglichst auszuschließen: "Es ist auch vereinbart, dass jedes Team in einem separierten Hotel wohnt", sagte Marko.

Formel 1 soll auch bei positivem Corona-Test fahren

Der Notfall-und Sicherheitsplan soll für die beiden Anfang Juli geplanten Rennen in Spielberg gelten. Der vorläufige neue Rennkalender sieht vor, dass nach dem ersten Saison-Lauf am 5. Juli am darauffolgenden Wochenende auch der zweite Grand Prix des Jahres auf dem Red-Bull-Ring ausgefahren werden soll.

Umso wichtiger ist es, dass sich ein Vorfall wie beim ursprünglich geplanten Saisonstart in Melbourne nicht wiederholt. Dort brach wegen eines Corona-Falls im McLaren-Team Chaos aus, am Ende wurde das GP-Wochenende in letzter Minute abgesagt. Sollte es in Spielberg nur einen positiven Test geben, werde das Rennen trotzdem in jedem Fall stattfinden, betonte FIA-Chefarzt Gerard Saillant: "Ich denke, der Grand Prix würde nicht abgesagt werden. Das wäre so, als würde man die U-Bahn sperren, weil ein Passagier positiv getestet wurde", sagte Saillant in der französischen Sportzeitung "L'Equipe".