"Abgetaucht"

Helfer in Sorge: Pottwal-Dame vor Sizilien verschwunden - in illegalem Fischernetz verheddert

21. Juli 2020 - 13:16 Uhr

Zehn Meter langer Pottwal abgetaucht

Die italienische Küstenwache hatte mit Biologen und anderen Helfern seit dem Wochenende darum gekämpft, einen und zehn Meter langen Pottwal aus einem illegalen Fischernetz zu befreien. Doch bevor das vollständig gelang, tauchte der Wal ab und verschwand. Die Helfer sind in Sorge.

Wal zu unbeweglich, um zu überleben?

HANDOUT - 19.07.2020, Italien, ---: Ein Wal hat sich in einem Fischernetz in der Nähe der Liparischen Inseln im Mittelmeer verheddert (Videostandbild). Taucher der italienischen Küstenwache (Guardia Costiera) arbeiteten daran, den Pottwal aus dem Net
Der Pottwal hatte sich vor der Küste Italiens in einem Fischernetz verfangen.
© dpa, Uncredited, esz kde

Wie die Küstenwache der dpa bestätigte, sei das Tier bis Montagabend nicht mehr gesichtet worden. Man bleibe aber in dem Gewässer. Der Biologe Carmelo Isgrò, ein an der Suche beteiligter Wissenschaftler, und Umweltverbände befürchten, dass der Wal wegen der Netzteile, die noch an der Schwanzflosse hingen, zu unbeweglich fürs Überleben sein könnte.

Nach italienischen Medienangaben soll es sich um einen weiblichen Pottwal handeln. Die Küstenwache zeigte ein Video, in dem ein Taucher mit einem Messer Teile des Netzes bearbeitet. Die Retter hatten große Schwierigkeiten, das aufgeregte und ängstliche Tier zu befreien - auch wegen der Größe.

Trotzdem hätten sie Fortschritte gemacht, hieß es. Es sei gelungen, einen erheblichen Teil des Netzes zu entfernen, berichtete die Zeitung "La Repubblica". Am Sonntag hatten die Helfer eine Boje mit einem Blinklicht am Schwanz des Wals befestigt, um dem Tier auch im Dunkeln folgen zu können. Sie mussten die Aktion aber am Sonntagabend zunächst abbrechen und wollten Montag wieder starten.

Video: Taucher schneiden Pottwal frei

Pottwale gehören zu den Zahnwalen, sie kommen in vielen Weltmeeren vor und können sehr tief tauchen. Die Tiere ernähren sich etwa von Tintenfischen und Kalmaren. In den vergangenen Monaten seien bei den Liparischen Inseln wiederholt Wale gesichtet worden. Vor rund drei Wochen hatte sich ein wohl männliches Tier ebenfalls in einem Netz verfangen, konnte aber befreit werden.

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Video: Pottwalmutter und Junges sterben in Fischernetz

Fischer in Italien verwenden zum Teil immer noch sogenannte Spadara-Netze, obwohl sie seit langem verboten sind. Dabei handelt es sich um eine Art von Treibnetzen, die zum Teil riesig sind. Laut Greenpeace sterben jedes Jahr rund 300.000 Wale und Delfine qualvoll durch Fischernetze und Angelausrüstung.

Jährlich landen bis zu 25.000 Fischernetze in europäischen Meeren. Diese sogenannten Geisternetze können zur Todesfalle für Wale und Delfine werden - wie auch für diese Pottwal-Mutter und ihr Junges, zu sehen im Video.