Immer mehr Behörden am Limit

Helfen arbeitslose Karstadt-Mitarbeiter bald in Gesundheitsämtern?

Ehemalige Karstadt-Mitarbeiter könnten bald in Gesundheitsämtern aushelfen, so ein Vorschlag des Berliner Finanzsenators.
© dpa, Martin Gerten, mg axs

16. Oktober 2020 - 9:30 Uhr

Kurioser Vorschlag aus Berlin

Die Corona-Zahlen steigen immer weiter und für die Gesundheitsämter wird die Nachverfolgung von Kontakten immer komplizierter. Viele Behörden sind wegen der Menge an Infizierten und zu wenig Personal schon jetzt am Anschlag. In einigen Regionen, wie zum Beispiel in Stuttgart oder Heilbronn, helfen sogar schon Soldaten der Bundeswehr bei der Kontaktverfolgung. Um die Gesundheitsämter in seiner Stadt zu entlasten, hat der Finanzsenator aus Berlin jetzt einen ungewöhnlichen Vorschlag ins Spiel gebracht.

Neue Perspektive für Karstadt-Mitarbeiter?

Laut Berliner Zeitung (B.Z.) hält es Andreas Kollatz, Finanzsenator in Berlin, für durchaus denkbar, ehemalige Karstadt-Mitarbeiter in den Gesundheitsämtern einzustellen und so die Beamtinnen und Beamten in den Behörden seiner Stadt zu entlasten. Denn laut Kollatz sei die Lage in einigen Berliner Gesundheitsämtern schon jetzt dramatisch. In Berlin liegt der Inzidenzwert unter anderem im Bezirk Mitte und Neukölln schon seit Tagen bei über 50. Damit die entlassenen Mitarbeiter von Karstadt nicht für längere Zeit in der Arbeitslosigkeit ausharren, könnten sie nach der Idee des Senators in den Behörden eine neue Beschäftigung finden. Den arbeitslosen Karstadt-Mitarbeitern würde so eine neue Perspektive geboten, zitiert die B.Z. den Finanzsenator.

Bund finanziert neue Stellen in Gesundheitsämtern

Weil immer mehr Behörden am Anschlag arbeiten, fördert der Bund neue Stellen in Gesundheitsämtern und will hier Geld für bis zu 5.000 neue Stellen bereitsstellen. Die Kontaktverfolgung in der Corona-Pandemie gehört zu einer der wichtigsten Aufgaben der Gesundheitsbehörden. Sogenannte Containment-Scouts spüren auf, zu welchen Personen ein Corona-Infizierter Kontakt hatte und versuchen, die Infektionsketten nachzuvollziehen und durch Anordnung von Selbstisolation oder einen Corona-Test die Infektionsketten zu brechen.