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Heldin vom Kebabstand stellt mit ihrem Mopp einen Bewaffneten: „Niemand hat mir geholfen, niemand“

Nach Angriff eines Mannes mit Maschinengewehr

Heldin vom Kebabstand: „Niemand hat mir geholfen, niemand!“

Frau in Wiener Kebabstand mit Maschinengewehr bedroht Sie wehrt sich mit einem Wischmopp
01:01 min
Sie wehrt sich mit einem Wischmopp
Frau in Wiener Kebabstand mit Maschinengewehr bedroht

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Im Video: Frau (59) verteidigte sich mit dem Wischmopp

Maria Lukaszczyk ist eine wahre Heldin: Sie wehrt sich beherzt gegen einen bewaffneten Angreifer. Um zu verhindern, dass er Menschen tötet, so wie es erst vor wenigen Wochen in Wien geschehen ist . „Ich habe sofort die Bilder im Kopf gehabt, was vor einem Monat im Ersten Bezirk passiert ist“, berichtet sie unserer Reporterin Natascha Größ. Sie ruft die Polizei, geht mit einem Wischmopp auf den Mann los und entwaffnet ihn. Und das ganz alleine. Wie sie die dramatischen Minuten erlebt hat und die Bilder einer Überwachungskamera – in unserem Video.

„Eine alte Frau kämpf (....) und keiner hat die Courage, zu helfen“

Maria Lukaszczyk demonstriert unserer Reporterin, wie sie den Angreifer verfolgt hat.
Maria Lukaszczyk demonstriert unserer Reporterin, wie sie den Angreifer verfolgt hat.

Verstörend: Viele Passanten beobachten die Szene, aber niemand greift ein. Maria Lukaszczyk kann das nicht verstehen. „Eine alte Frau kämpft mit einem Idioten, der eine Waffe hat und keiner hat die Courage, zu helfen“, sagt sie kopfschüttelnd. „Ich habe ihn geschlagen, ich wollte nur, dass er die Waffe herausgibt“, sagt sie.

Erst als es ihr gelingt, ihm die Waffe zu entreißen, kommen zwei junge Männer der Frau zur Hilfe. „Die Jungs“ fixieren den Mann mit seinen Händen auf dem Rücken, bis die Polizei kommt. Die teilt auf Anfrage mit, nicht einmal erfahrene Polizisten hätten auf Anhieb erkennen können, dass es keine echte Waffe war. Und warnen: Es sei nicht empfehlenswert, sich in Gefahr zu begeben.

„Ich wollte nur keine toten Menschen sehen“

Tochter Silvana sagt: „Meine Mama ist eine Heldin“.
Tochter Silvana sagt: „Meine Mama ist eine Heldin“.

Erst später sei ihr bewusst geworden, was sie getan hat, sagt Maria Lukaszczyk. Als Passanten sie zu ihrem Mut beglückwünschen. Als die Polizisten ihr sagen, wie gefährlich die Situation war. Sie habe nicht nachgedacht, sondern instinktiv gehandelt. „Mein Hirn war abgeschaltet. Aber es sagte mir, Du musst handeln, Maria! Und Maria hat gehandelt.“ Gegen Ende ihrer Schilderung überwältigen sie ihre Emotionen. Sie beginnt zu weinen, als sie leise sagt: „Ich wollte nur keine toten Menschen sehen.“ So, wie es bei dem Anschlag im November erleben musste.

Maria Lukaszczyk lebt seit 39 Jahren in Wien. Seit zehn Jahren betreibt sie mit ihrer Familie den Imbisswagen. Die gebürtige Polin hat zwei Kinder, eine 33-jährige Tochter und einen 26-jährigen Sohn. Ihre Kinder sind stolz auf ihre Mutter: „Meine Mama ist eine Heldin“, sagt Tochter Silvana. Besser kann man es nicht sagen.