"Helden - Wenn dein Land dich braucht": Hannes Jaenicke im Interview

Im Film ''Helden - Wenn dein Land dich braucht'' spielt Hannes Jaenicke die Rolle des Marc Weber

04. Oktober 2013 - 14:54 Uhr

''Mit Christiane Paul herumturteln zu dürfen, gehört zu den luxuriösen Details meines Arbeitslebens"

Als Bestseller-Autor, Dokumentarfilmer und aktiver Umweltschützer legen Sie sich regelmäßig mit dem "Establishment" an. Kann man sagen, dass Ihre Rolle "Marc Weber" Ihnen sehr ähnlich ist?

Hannes Jaenicke: Eigentlich gar nicht. Marc hat es sich im Leben immer ein bisschen zu bequem gemacht und wird erst durch die Ereignisse des Films bzw. die äußeren Umstände aktiv. Aber dann eben richtig....

Das im Film gezeigte "Collider"-Experiment hat durchaus einen realen Hintergrund. Dass dadurch allerdings der Weltuntergang hervorgerufen wird, schließt eine große Mehrheit der Physiker kategorisch aus. Wie sind Ihre Gedanken dazu?

Hannes Jaenicke: Dass in Genf der Weltuntergang provoziert wird, halte ich auch eher für unwahrscheinlich. Aber auch bei der Atomkraft hieß es bis Tschernobyl 1986 und Fukushima 2011 immer, sie sei bombensicher. Insofern haben wir Menschen uns schon immer überschätzt....

Was macht für Sie einen "Helden" aus?

Hannes Jaenicke: Vielerlei. Z.B. Zivilcourage. Nicht automatisch zuerst an sich selbst zu denken. Genau das zu machen, was alle anderen für illusorisch, zu riskant, zum Scheitern verurteilt betrachten. Und keine Angst zu haben, vor nichts und niemandem.

Im Film heißt es an einer Stelle "Wir schauen dem lieben Gott über die Schulter" – dürfen wir das?

Hannes Jaenicke: Ich bin kein gläubiger Mensch, verstehe den Satz aber so, dass wir immer noch glauben, schlauer als die Natur zu sein. Und das sind wir leider nicht, im Gegenteil.

Was ist aus schauspielerischer Sicht die besondere Herausforderung an der Rolle "Marc"?

Hannes Jaenicke: Aus einem eher passiven, nicht besonders couragierten Charakter einen Mann zu machen, der kapiert, dass Kämpfen sich lohnt.

Gibt es eine Szene im Film, die ganz besonders gefordert hat?

Hannes Jaenicke: Da ich vor 30 Jahren beim Film mit Actionsachen angefangen habe und es bis heute schade finde, dass dieses Genre hierzulande eher stiefmütterlich behandelt wird, freu ich mich über jede Actionszene, die ich drehen darf. Und mit Christiane Paul herumturteln zu dürfen, gehört zu den luxuriösen Details meines Arbeitslebens. Gleiches galt für die Arbeit mit grandiosen Nachwuchsleuten wie Jannis Niewöhner und Emilia Schüle, dem Regisseur Hansjörg Thurn und meinen alten Mitstreitern der Produktionsfirma Dreamtool. Das Ganze war bei aller Ernsthaftigkeit und Anstrengungen ein großer Spaß, wenn man das mal so sagen darf!