Heizung für den Karpfenteich für 60.000 Euro - Ex-Chef Winterkorn ließ VW dafür zahlen

15. Januar 2017 - 13:14 Uhr

VW produziert jede Menge Automobile. Und negative Schlagzeilen. Diesmal wieder im Zusammenhang mit Ex-Boss Martin Winterkorn. Der ließ auf Firmenkosten eine Heizung für seinen Karpfenteich installieren - für schlappe 60.000 Euro. Das sind für einen Durchschnittsverdiener in Deutschland fast zwei Jahresgehälter.

3.100 Euro kassiert der Ruheständler - am Tag

VW, diese beiden Buchstaben stehen für Volkswagen. Doch jenem Volk dürfte das Verständnis für die Praktiken des größten deutschen Automobilherstellers zunehmend abhandenkommen. Die Firma trickste bei der Umweltauflage, muss deshalb in den USA 4,1 Milliarden Euro Strafe bezahlen. Doch Geld scheint reichlich vorhanden, wenn man auf die Vergütung des ehemaligen Chefs Martin Winterkorn blickt: 3.100 Euro bekommt der ehemalige Ex-Manager in seinem Ruhestand – am Tag!

Winterkorn hat nicht nur prächtig kassiert, er ließ sich zudem allerlei Extras von seinem Arbeitgeber bezahlen. Eines davon: die Heizung für seinen Karpfenteich. Nicht irgendwelche Karpfen -  Koi-Karpfen, versteht sich. Diese Tierchen erfreuen sich bei Menschen, denen kein Statussymbol zu teuer ist, großer Beliebtheit, ein Exemplar kostet teilweise über 1.000 Euro.

"Wenn jemand so viel Geld hat, kann er das gar nicht verbrauchen"

ARCHIV - Martin Winterkorn, damaliger Vorstandsvorsitzender der Volkswagen AG, lacht am 12.03.2015 in Berlin bei der Jahrespressekonferenz von VW. (zu dpa «Vertrag von Ex-VW-Chef Winterkorn ausgelaufen - hohe Rentenbezüge» vom 04.01.2017) Foto: Kay N
Martin Winterkorn hat gut lachen.
© dpa, Kay Nietfeld, htf tmk gfh

Und sie mögen keine Temperaturen unter 10 Grad, weswegen Winterkorns Teich eine Heizungsanlage brauchte. Verständlich. Warum die allerdings von der Firma bezahlt wird, als Zugabe auf ein ohnehin üppiges Salär, das muss man nicht verstehen.

"Wenn jemand so viel Geld hat, kann er das gar nicht verbrauchen. Dieses Verhalten von Winterkorn und dem Aufsichtsrat, die Verträge so abzuschließen, schadet allen Managern. Denn jetzt sagen wieder alle, die sind raffgierig, denken nur an sich", findet Automobilexperte Ferdinand Dudenhöffer.