Heißluftballon-Unglück in Ägypten: Video aufgetaucht

Kein Strafverfahren gegen Ballonführer

Der Führer des verunglückten Heißluftballons mit 19 Toten nahe der ägyptischen Stadt Luxor hat wohl keine juristischen Folgen zu befürchten. Die Staatsanwaltschaft sehe nach ersten Ermittlungen keine Hinweise auf eine Straftat, berichteten ägyptische Medien. Zuvor hatte die Luftfahrtbehörde dem Ballonführer menschliches Versagen kurz vor dem Absturz vorgeworfen.

Absturz, Ägypten
Trümmer an der Absturzstelle
REUTERS, MOHAMED ABD EL GHANY

Demnach hätte er gleich nach dem Riss des Gasschlauchs ein Ventil zudrehen und das Feuer löschen müssen. Stattdessen sei er aus dem Korb gesprungen. "Der Ballon war technisch in Ordnung. Er ist erst im Oktober noch gewartet worden", sagte der ägyptische Luftfahrtminister Wael el-Maadawi. Der Ballonführer liegt ebenso wie ein britischer Tourist mit schweren Verbrennungen im Krankenhaus.

Indes ist ein Amateurfilm aufgetaucht, der das tragische Unglück dokumentiert. Auf den Aufnahmen kann man hören, wie der Filmende und andere Augenzeuge beginnen zu beten. Der brennende Ballon schnellt hunderte Meter hoch, dann stürzt er zu Boden. Dabei war die Fahrt nur Minuten zuvor fast schon sicher zu Ende gegangen.

Als Konsequenz aus dem Unglück hat Ägyptens Regierung vorerst alle Ballon-Flüge in der Region Luxor gestoppt.

Streit bei Trauerfeier

Trauerfeier, Ballon-Absturz
Die Trauergemeinde gedachte den 18 Opfern und legte Blumen an der Absturzstelle nieder.
dpa, Str

Beim Absturz wurden die Leichen bis zu 300 Meter abseits der verkohlten Überreste des Korbes gefunden, der in einem Feld lag. Dort hielten ägyptische Funktionäre und Mitarbeiter von Reiseunternehmen heute eine Trauerfeier für die Opfer ab. Sie legten Blumen auf dem Feld nieder.

Am Ende der Veranstaltung kam es zu einem hitzigen Wortgefecht zwischen der Vertreterin japanischer Reiseunternehmen, Okumura Hatsuko, und dem Chef eines ägyptischen Reiseveranstalters, Fausi Tawfik. Hatsuko warf ihm nach Angaben von Augenzeugen vor, er hätte für die Gruppe, der auch vier Japaner angehörten, keine Ballonfahrt buchen sollen. Tawfik wehrte sich gegen die Anschuldigungen. Er sagte: "Dieser Unfall war vom Schicksal vorbestimmt und hätte an jedem anderen Ort auf der Welt auch passieren können."