Heinz-Christian Straches Ehefrau über das Ibiza-Video

Philippa Strache: „Wie kann jemand wie du so deppert sein?“

29. Mai 2019 - 10:58 Uhr

Strache-Ehefrau sieht ihren Mann als Opfer

Wie mag sich diese Frau fühlen? Bis vor kurzem war Philippa Strache die angesehene Ehefrau des österreichischen Vizekanzlers. Seit der Veröffentlichung des Ibiza-Skandal-Videos ihres Mannes und seinem Rücktritt ist sie die Frau eines gefallenen Polit-Stars. Jetzt hat sie sich erstmals öffentlich geäußert, wie "RTL Exclusiv" berichtet.

„Ich habe meinen Mann noch nie so sprechen hören“

Wien 27.06.2017, Tiergarten Schoenbrunn, Wien, AUT, bernahme Giraffen Patenschaft im Tiergarten Schoenbrunn durch FPOe Bundesobmann Strache mit Frau Philippa. im Bild Klubobmann FPOe Heinz-Christian Strache mit seiner Frau Philippa // Leader of the a
Heinz-Christian Strache mit Frau Philippa (Archivfoto, Juni 2017).
© imago/Eibner Europa, Eibner-Pressefoto, imago stock&people

Äußerlich wirkt die 31-Jährige sehr gefasst, als sie über das Video spricht, das den Ex-FPÖ-Chef vorerst seine politische Karriere kostete. Philippa Strache findet, dass ihr Mann "wie ein Opferlamm zur Schlachtbank geführt wurde." Es sei ganz klar darauf hingearbeitet worden, "ihn zu gewissen Aussagen zu drängen", sagt sie.

Sie kann sich sogar vorstellen, dass nachgeholfen wurde, um ihn zu seinen Äußerungen zu bringen. Womöglich habe man ihrem Mann Substanzen verabreicht, sagt sie in dem TV-Beitrag.

In dem Video aus dem Jahr 2017 äußert Strache über einen weiblichen Lockvogel unter anderem: "Bist du deppert, die ist scharf." Für Frau Strache ist das nicht die Sprache ihres Mannes: "Ich habe meinen Mann noch nie so sprechen hören. Das muss ich wirklich sagen", beteuert sie.

Ihre erste Reaktion: „Das gibt's ja nicht“

Auch wenn sie ihren Mann mit Nachdruck verteidigt, verstehen kann sie sein Verhalten auf Ibiza nicht: "Im Nachhinein, das hab ich ihn auch in der ersten Nacht gefragt: Das gibt's ja nicht. Wie kann jemand wie du so deppert sein, dass er auf so etwas reinfällt?" Was er geantwortet hat, sagt sie nicht.

Die Veröffentlichung des Skandalvideos hatte zu einer Regierungskrise in Österreich geführt. Strache musste von seinen Ämtern als Vorsitzender der FPÖ und Vizekanzler zurücktreten, Bundeskanzler Sebastian Kurz wurde per Misstrauensvotum gestürzt.

Das Video zeigt Strache, wie er vor der Wahl von 2017 auf Ibiza einer vermeintlichen russischen Oligarchin Staatsaufträge für verdeckte Wahlkampfhilfe in Aussicht stellte.