Nach "Ibiza-Video"-Skandal

Strache stellt Anzeige gegen Spiegel und Süddeutsche Zeitung

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6. Juni 2019 - 11:32 Uhr

Anzeige gegen deutsche Medien

Durften sie das private Filmchen von Heinz-Christian Strache zeigen oder nicht? Das sogenannte "Ibiza-Video", das den Österreichischen Ex-Vize-Kanzler (FPÖ) und seinen Parteifreund Johann Gudenus im Gespräch mit einer vermeintlichen russischen Investorin zeigt, hatte den Fall der österreichischen Regierung zur Folge. Die Süddeutsche Zeitung und der Spiegel hatten das Video zuerst verbreitet. Jetzt erstattete der geschädigte FPÖ-Mann Anzeige gegen die Medien in Deutschland.

Herstellung, Verbreitung, Veröffentlichung

Ein Treffen auf Ibiza und eine russische Investorin - aufgenommen auf Video und dann durch deutsche Medien veröffentlicht. Für die österreichische Regierung der Todesstoß. Nachdem herauskam, dass sich der FPÖ-Mann und damals noch Vize-Kanzler, Heinz-Christian Strache, mit der Frau offenbar über Staatsaufträge und Wahlhilfe unterhalten hatte, musste er von allen politischen Ämtern zurücktreten. Infolgedessen zerbrach auch die Führung unter Kanzler Sebastian Kurz.

Jetzt holt Strache zum Gegenschlag gegen die Medien aus, die das private Video zuerst veröffentlicht haben: Der Spiegel und die Süddeutsche Zeitung. Wie die Staatsanwaltschaft München I am Montag bestätigte, ist eine schriftliche Anzeige gegen alle Personen eingegangen, "die für die Herstellung, Verbreitung und Veröffentlichung des sog. Ibiza-Videos mitwirkend verantwortlich sind."

Weitere Personen sollen beteiligt sein

Die Staatsanwaltschaft prüft jetzt den Sachverhalt. Dabei soll es sich um die Straftatbestände "Zugänglichmachen von Bildaufnahmen, die geeignet sind, dem Ansehen der abgebildeten Person erheblich zu schaden", und "Zugänglichmachen von höchstpersönlichen Bildaufnahmen" handeln.

Angeblich hat Strache schon vor ein paar Tagen Anzeige gegen drei weitere Personen erstattet, die dabei geholfen haben soll, das Video heimlich zu erstellen. Den "Tätern" sei in der Anzeige Täuschung, Urkundenfälschung, Missbrauch von Ton- und Abhörgeräten sowie Verdacht der Datenverarbeitung in Gewinn- und Schädigungsabsicht vorgeworfen worden.