Im Schnitt über 2.000 Euro Eigenanteil

Heimkosten steigen und steigen - aber es gibt große regionale Unterschiede

Die Kosten für Pflegeheimbewohner und ihre Angehörigen steigen und steigen.
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27. Januar 2021 - 9:17 Uhr

Kommen Entlastungen?

Wenn die Mutter, der Vater oder der Partner in ein Heim müssen, ist das an sich schon eine große Belastung. Doch es kommt für viele Menschen noch eine Sorge hinzu: Die finanzielle. Die Kosten für Pflegeheimbewohner und ihre Angehörigen steigen und steigen – und dieser Trend setzt sich auch im neuen Jahr fort. Kommen bis zur Bundestagswahl im Herbst noch die lange diskutierten Entlastungen?

Heimplätze in NRW sind am teuersten

ARCHIV - Ein Bewohner des Katholischen Alten- und Pflegeheimes St. Nikolaus der Caritas Mecklenburg in Parchim (Mecklenburg-Vorpommern) wird am 02.12.2013 mit seinem Rollstuhl zu einer gemeinsamen Adventsfeier geschoben. Der Bundesgerichtshof urteilt
Der Eigenanteil allein für die reine Pflege stieg nun im bundesweiten Schnitt auf 831 Euro, nachdem es zum 1. Januar 2020 noch 731 Euro gewesen waren.
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Für Pflegebedürftige wird die Betreuung im Heim immer teurer. Die selbst zu zahlenden Anteile stiegen weiter auf nun 2.068 Euro pro Monat im bundesweiten Schnitt, wie aus Daten des Verbands der Ersatzkassen mit Stand 1. Januar hervorgeht. Das sind 128 Euro mehr als Anfang vergangenen Jahres. Es gibt aber weiterhin große regionale Unterschiede. Im Vergleich der Bundesländer am teuersten bleiben Heimplätze in Nordrhein-Westfalen mit nun durchschnittlich 2.460 Euro. Am niedrigsten ist die finanzielle Belastung dagegen für Heimbewohner in Sachsen-Anhalt mit 1.465 Euro im Monat.

In den Summen ist zum einen der Eigenanteil für die reine Pflege und Betreuung enthalten. Denn die Pflegeversicherung trägt - anders als die Krankenversicherung - nur einen Teil der Kosten. Für Heimbewohner kommen daneben aber noch Kosten für Unterkunft, Verpflegung und auch für Investitionen in den Einrichtungen dazu. Der Eigenanteil allein für die reine Pflege stieg nun im bundesweiten Schnitt auf 831 Euro, nachdem es zum 1. Januar 2020 noch 731 Euro gewesen waren.

Spahn stellt Eckpunkte für Reform vor

Im Ländervergleich am höchsten ist er weiter in Baden-Württemberg mit jetzt durchschnittlich 1.121 Euro. Es folgen Berlin mit 1.034 Euro und Bayern mit 985 Euro. Deutlich weniger sind es dagegen in Thüringen mit 554 Euro, Sachsen-Anhalt mit 580 Euro und Schleswig-Holstein mit 637 Euro. Auch bei den Kosten für Unterkunft und Verpflegung gibt es bundesweit eine große Spanne: von 593 Euro in Sachsen-Anhalt bis 1051 Euro in Nordrhein-Westfalen. Der Bundesschnitt liegt bei 779 Euro.

Der ehrenamtliche Vorsitzende des Verbands der Ersatzkassen (vdek), Uwe Klemens, sagte der Deutschen Presse-Agentur, die Betroffenen bräuchten Unterstützung. Die geplante Pflegefinanzreform müsse daher noch vor der Bundestagswahl verabschiedet werden. "Wenn bei den Eigenanteilen nichts geschieht, dann werden immer mehr Menschen auf Leistungen der Sozialhilfe angewiesen sein." Bereits heute betreffe dies rund zehn Prozent aller Pflegebedürftigen.

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) hat Eckpunkte für eine Reform vorgestellt, um bei den Belastungen gegenzusteuern. Demnach sollen maximal 700 Euro pro Monat als Eigenanteil für die reine Pflege zu zahlen sein, begrenzt auf 36 Monate. Das Konzept sieht unter anderem auch einen dauerhaften Bundeszuschuss für die Pflegeversicherung und eine leichte Anhebung des Zuschlags auf die Pflegebeiträge für Versicherte ohne Kinder um 0,1 Prozentpunkte vor.

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