Biene und Co. freuen sich

Heimische Pflanzen: So werden Garten und Balkon nachhaltig frühlingsfit

RTL Nord-Reporterin Anna Schütz pflanzt zusammen mit NABU-Experten Franziska Schmidt-Lewerkühne heimische Pflanzen.
RTL Nord-Reporterin Anna Schütz pflanzt zusammen mit NABU-Experten Franziska Schmidt-Lewerkühne heimische Pflanzen.
RTL Nord

von Anna-Sophie Schütz

Wenn es draußen summt und brummt, sprießt und blüht, steht eindeutig der Frühling vor der Tür – und damit wird es höchste Zeit, den eigenen Garten fit für diese Jahreszeit zu machen. Wir verraten, auf welche Pflanzen Sie in diesem Frühjahr setzen sollten, um nicht nur sich selbst, sondern auch Natur und Insekten eine Freude zu machen.

Heimische Pflanzen sind wahre Allround-Talente

Wer schon einmal Pflanzen kaufen wollte, der kennt die Herausforderung: Bei der schier endlosen Auswahl in allen Formen und Farben fällt es gar nicht so leicht, die richtige Wahl zu treffen. Besonders empfehlenswert, egal ob für Balkon oder Garten, sind jedoch heimische Arten – aus mehreren Gründen:

So fühlen sich die Stauden und Gewächse im Norden absolut Zuhause und sind an Witterungsverhältnisse wie Regen, viele graue Tage und milde Temperaturen gut angepasst. Entsprechend lange hat jeder Gartenfreund etwas von ihnen – sie sind langlebig und die unterschiedlichen Arten bieten gemeinsam eine Blüte von Frühling bis in den Herbst.

Ein weiterer Pluspunkt: Heimische Pflanzen liefern ein reichhaltiges Nahrungsangebot für alles, was summt und brummt. Im Laufe der Evolution haben sich die Krabbler und Pflanzen nämlich wunderbar aufeinander abgestimmt und wissen damit, was der jeweils andere braucht – an Pflege und Bestäubung, aber auch an Futter.

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Diese Pflanzen sind im Norden heimisch

Zahlreiche Pflanzen sind im Norden heimisch.
Zahlreiche Pflanzen sind im Norden heimisch.
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Aber aufgepasst: In der Praxis ist es tatsächlich gar nicht so einfach, heimische Pflanzen zu erkennen – schon gar nicht als Botanik-Laie. Es ist daher ratsam, sich vorher zu informieren, welche Stauden und Gewächse im Norden daheim sind.

Besonders wohl im Schatten fühlen sich:

  • Geflecktes Lungenkraut
  • Kleines Immergrün
  • Wolliger Hahnenfuß
  • Nesselblättrige Glockenblume
  • Kriechendes Fingerkraut
  • Echter Eibisch
  • Hohe Schlüsselblume

Diese mögen hingegen Sonne:

  • Acker- und Wildes Stiefmütterchen
  • Gewöhnliche Küchenschelle
  • Gewöhnlicher Natternkopf
  • Gelber Fingerhut
  • Wiesen-Margerite
  • Kornblume
  • Melisse

Eine vollständige Liste mit allen heimischen Pflanzen gibt es auf der Seite vom NABU Hamburg.

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Pflanzen besser nicht im Baumarkt kaufen

Gefüllte Blüten produzieren keine Pollen mehr.
Gefüllte Blüten bieten Insekten keine Nahrung.
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Doch wo kauft man heimische Pflanzen am besten? Allen Pflanzenfreunden rät der NABU Hamburg, nicht in Baumärkten nach neuem Grünzeug Ausschau zu halten. Dort bekommt man in der Regel nur Zuchtpflanzen, die weder heimisch sind, noch Biene und Co. viel Nahrung bieten. Die Finger lassen sollten Hobby-Gärtner auch von sogenannten gefüllten Blüten. Die sehen zwar prächtig und opulent aus, produzieren aber überhaupt keine Pollen mehr – und lassen alle Insekten damit hungrig zurück. Neue Pflanzen sollte man daher am besten in richtigen Gärtnereien kaufen, deren Mitarbeiter Pflanzeninteressierten im Zweifel mit Rat und Tat zur Seite stehen können.

Dann gehören die heimischen Arten nur noch schnell in den Garten gesetzt oder mit torffreier Erde in einen Balkonkasten gepflanzt und schon ist das eigene Zuhause bereit für den Frühling – und für viele summende und brummende Besucher.

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