Heilpraktiker Klaus R: Hat er 70 krebskranke Menschen zu Tode behandelt?

26. August 2016 - 19:42 Uhr

Staatsanwaltschaft ermittelt wegen fahrlässiger Tötung

Erst war die Rede von nur drei Toten, die Klaus R. auf dem Gewissen haben soll. Jetzt wurde bekannt, dass bis zu 70 Menschen nach der Behandlung in seiner alternativen Krebsklinik gestorben sein sollen. Die Staatsanwaltschaft im Niederrheinischen Krefeld ermittelt jetzt wegen fahrlässiger Tötung.

Der Fall war bekannt geworden, nachdem drei Krebspatienten in kurzer Folge gestorben waren. Sie alle waren zuvor in dieser Klinik behandelt worden. Daraufhin hatte die Polizei eine Warnung ausgesprochen, sich dort behandeln zu lassen und ehemalige Patienten dazu aufgerufen, sich zu melden. Die anschließenden Ermittlungen haben weitere Todesfälle zu Tage befördert.

Das Mittel Bromopyrovat könnte für den Tod der Patienten verantwortlich sein

Klinik nach Todesfällen geschlossen
Tod durch alternative Krebsbehandlung?
© dpa, Henning Kaiser, koe axs

Der Stoff, den die Klinik als Wundermittel beworben hat, heißt 3-Bromopyrovat. Dadurch haben viele Menschen neue Hoffnung geschöpft. Am Ende brachte es ihnen womöglich den Tod. Das Mittel gilt unter Medizinern als umstritten. Es ist für die Anwendung am Menschen in Deutschland nicht zugelassen. Und doch hat der "Wunderheiler" Klaus R. viele Patienten damit behandelt.

Der Staatsanwaltschaft zufolge hatte der Heilpraktiker sogar die Berechtigung, das Mittel zu verwenden. Die genaue Todesursache der drei jüngsten Opfer ist allerdings noch immer nicht bekannt. Somit ist auch noch nicht klar, ob wirklich das Anti-Krebsmittel Grund für ihren Tod ist.

Die Klinik ist inzwischen im Internet nicht mehr erreichbar und die Facebook-Seite des Klinikleiters verschwunden. Er scheint untergetaucht zu sein.