"Mit Joe Biden ist jemand jetzt im Weißen Haus, der die transatlantische Partnerschaft wieder reparieren will"

Außenminister Maas zur Amtseinführung Joe Bidens

20. Januar 2021 - 21:33 Uhr

Im Video: Das sagt Heiko Maas zum neuen US-Präsidenten

Joe Biden ist an der Seite seiner Vizepräsident Kamala Harris zum 46. Präsident der Vereinigten Staaten vereidigt und löst seit damit Donald Trump im Amt ab. Welche Rolle Biden als neuer Präsident für Deutschland spielt, erklärt Außenminister Heiko Maas (SPD) im RTL-Interview.

Erleichterung bei Außenminister Maas: "Das sind ja keine einfachen vier Jahre gewesen"

"Ich bin ehrlich gesagt sehr erleichtert, denn wir hatten in den letzten Jahren mit der Trump-Administration eine Vielzahl von Problemen. Die America-First-Politik hat dazu geführt, dass es kaum noch Kooperationen und Abstimmungen gegeben hat. Wir sind immer vor vollendete Tatsachen gesetzt worden." Es seien keine einfachen vier Jahre gewesen, die Deutschland mit Donald Trump hatte, sagte Außenminister Heiko Maas zur Amtseinführung Bidens im RTL-Interview.

"Donald Trump hat Europa zusammen mit Russland und China als die größten Gegner der Vereinigten Staaten bezeichnet – das ist jetzt zu Ende. Mit Joe Biden ist jetzt jemand im Weißen Haus, der die transatlantische Partnerschaft wieder reparieren will. Dazu sind wir bereit und wir brauchen die Vereinigten Staaten auch auf der internationalen Bühne." Alle großen Herausforderungen seien international. Dazu gehörten der Klimawandel, die Migration, die Digitalisierung, die Globalisierung.

Das seien alles internationale Herausforderungen,so Maas. "Dafür brauchen wir internationale Lösungen und nicht America first. Und ich glaube das ist das, was Joe Biden im Blick hat, mehr internationale Zusammenarbeit – und das ist auch bitter nötig."

Maas setzt auf Gespräche mit den USA über Nord Stream 2.

Maas: "Wir werden gemeinsam nach Lösungen suchen"

Die Probleme und Forderungen zwischen den USA und Deutschland könnten trotz einer Amtseinführung Bidens bleiben. "Es wird nicht so sein, dass wir jetzt alle immer einer Meinung sind. Das ist aber auch bei Barack Obama nie der Fall gewesen", sagte Maas. Wichtig sei aber, dass man gemeinsam nach Lösungen suchen werde und das sei in den letzten Jahren nicht der Fall gewesen.

Es werde Erwartungen geben der Vereinigten Staaten an Europa, auch in außen- und sicherheitspolitischen Fragen und "wir in Europa müssen uns damit auseinandersetzen, ob wir mehr Verantwortung übernehmen wollen in unseren unmittelbaren und mittelbaren Nachbarschaft in Afrika, im Nahen und Mittleren Osten, in Osteuropa. Aber dazu sind wir bereit und wollen mit der neuen amerikanischen Regierung auch jetzt endlich beginnen, gemeinsam zu arbeiten", betonte der Außenminister im RTL-Interview.

Mehr zu Heiko Maas finden Sie hier.