Heftiger Temperatursturz: 'Eiszeit' erhält Einzug in New York

08. Januar 2014 - 8:51 Uhr

Metropole bereitet sich auf Ausnahmesituation vor

Amerika friert ein: Die schlimmste Kältewelle seit 20 Jahren lässt Millionen Amerikaner weiter zittern. Die Meteorologen sagten neue Tiefstände auf den Quecksilbersäulen voraus, nachdem ungewöhnlich große Teile der Bevölkerung bereits gefühlte Temperaturen von 40 Grad minus und tiefer erlebt hatten. Lähmte die arktische Kälte bisher vor allem das Leben im Mittleren Westen, erreichte die Kaltfrontspirale nun auch den Nordosten der USA.

Winter USA
Kältewelle in den USA: Räumdienste im Dauereinsatz
© dpa, Steve C. Mitchell

So erwartete die Millionenmetropole New York City binnen 24 Stunden einen dramatischen Temperatursturz von milden zwölf Grad Celsius auf minus 14 Grad. Auch in den Neuengland-Staaten riefen die Behörden die Bevölkerung auf, sich auf beißende Kälte und eisige Windböen vorzubereiten. Sogar das wärmeverwöhnte Florida war betroffen. Über den Norden des Staates hinaus drohte Nachtfrost.

Die Einwohner in New York City wurden gewarnt, dass der heftige Frost gepaart mit eisigen Windböen die gefühlte Temperatur auf minus 31 Grad Celsius sinken lassen könnte. Der viele in den vergangenen Tagen gefallene Schnee, gerade erst teilweise getaut, wird laut Vorhersage zu einer dicken Eisdecke zusammenfrieren. Bürgermeister Bill de Blasio, gerade erst seit einer Woche im Amt, der Streudienst und die Transportbehörden bereiteten sich auf eine Ausnahmesituation vor.

Ein Minusrekord werde aber wohl nicht aufgestellt werden, sagte Pat Maloit vom US-Wetterdienst der 'New York Times'. Aber so ein Temperatursturz sei "sehr, sehr selten".

In Atlanta ist es kälter als in Moskau

Insgesamt waren mehr als 140 Millionen Amerikaner von der Kältewelle betroffen - mehr als ein Drittel des Landes. In Atlanta im südlichen Bundesstaat Georgia etwa war es bereits kälter als in der russischen Hauptstadt Moskau.

Entwarnung gab es vorerst nicht. In mehreren Metropolen blieben vorerst die Schulen geschlossen. Meteorologen sagen voraus, dass die Kältewelle mindestens bis Mitte der Woche andauern wird.

Auch für die Bauern im Süden der USA stellt die Kälte große Probleme dar. Landwirte in Südstaaten wie Florida sorgen sich um ihre Ernte: Salat, Tomaten, Erdbeeren und Zitrusfrüchte sind besonders gefährdet. Denn die tropischen, auf Kälte empfindlich reagierenden Pflanzen können das Winterwetter schädigen, warnten Meteorologen. In den Südstaaten Louisiana und Mississippi beeilten sich Landwirte mit einer vorgezogenen Zitronenernte, um die Früchte vor dem Kälteeinbruch zu retten.

Waren laut Medienberichten bereits wegen des Wetters Tausende Flüge gestrichen worden, traf die Kältewelle auch die Raumfahrt. Wie die Weltraumbehörde Nasa mitteilte, wurde der Start des privaten Raumfrachters 'Cygnus' zur Internationalen Raumstation ISS wegen der eisigen Temperaturen um mindestens einen Tag verschoben. Er soll frühestens am Mittwoch auf dem Weltraumbahnhof der Wallops Flight Facility im US-Staat Virginia abheben.