Zehn Jahre nachdem ein Schüler durch eine Polizeikugel starb

Heftige Krawalle in Athen: Polizei und Randalierer liefern sich Straßenschlacht - drei Verletzte

7. Dezember 2018 - 7:06 Uhr

Heftigste Ausschreitungen in der griechischen Hauptstadt

Straßenblockaden, Dutzende Maskierte, Brandsätze: In der Nacht kam es in Athen zu schweren Ausschreitungen, Autonome lieferten sich regelrechte Straßenschlachten mit der Polizei. Hunderte Brandflaschen sollen auf die Polizisten geworfen worden sein. Die Polizei reagierte mit Blendgranaten und Wasserwerfern. Auslöser war der zehnte Todestag von Alexandros Grigoropoulos, einem 15-Jährigen, der durch eine Polizeikugel starb. Jedes Jahr an diesem Datum versuchen gewaltbereite Autonome, Athen ins Chaos zu stürzen. Die schockierenden Bilder sehen Sie im Video.

Ausschreitungen auch in Thessaloniki, Volos und Patras

Die Proteste begannen friedlich, Schüler und junge Menschen demonstrierten gegen Arbeits- und Perspektivlosigkeit. Diese Proteste nutzten jedoch einige gewaltbereite Randalierer aus. Die schwersten Ausschreitungen gab es im Autonomenviertel Exarchia von Athen. Doch auch in den Städten Thessaloniki, Volos und Patras kam es zu Krawallen. Insgesamt wurden 13 Menschen festgenommen, drei wurden bei den Ausschreitungen leicht verletzt.

Autonome versuchen immer wieder, am Jahrestag des Todes des damals 15-jährigen Alexandros Grigoropoulos Athen ins Chaos zu stürzen. Nach den tödlichen Schüssen war die griechische Hauptstadt im Dezember 2008 von einer beispiellosen Welle der Gewalt erfasst worden. Die Schäden gingen nach Schätzungen der Regierung damals in die dreistellige Millionenhöhe. Im Oktober 2010 wurde der Schütze und ehemalige Polizeibeamte wegen Mordes zu lebenslanger Haft verurteilt.

Quelle: dpa/RTL.de