Havariekommando trainiert Ölbekämpfung mit Popcorn

16. September 2020 - 18:42 Uhr

Das Havariekommando des Bundes und der Küstenländer hat am Mittwoch die Ölbekämpfung in der Ostsee geübt. Sechs Spezialschiffe sowie ein Sensorflugzeug kamen zum Einsatz. Trainiert wurde die Ölbekämpfung rund 35 Kilometer nordöstlich der Insel Rügen, teilte das Havariekommando mit. Laut Übungsszenario trieb ein Ölteppich nach einem Schiffsunfall auf der Ostsee in den Offshore-Windpark Arkona-Becken Südost. Als Simulationsmittel für das Öl diente Popcorn, das sich auf der Wasseroberfläche ähnlich verhält. Ziel der Übung war es einem Sprecher zufolge, die Zusammenarbeit zwischen dem Windparkbetreiber RWE und dem Havariekommando sowie das Zusammenwirken der Einsatzkräfte zu trainieren. Demnach ging es um den Einsatz der bordeigenen Öl-Aufnahmesysteme und das Ausbringen von Ölsperren im Windpark. Aus der Luft begleitete das Öl-Überwachungsflugzeug die Übung als Koordinationshilfe, indem es entdeckte Verschmutzungen meldete.

Dem Leiter des Havariekommandos, Hans-Werner Monsees, zufolge gehört die Schadstoffunfallbekämpfung auch in Offshore-Windparks seit einigen Jahren zum Vorsorgestandard. Mecklenburg-Vorpommerns Umweltminister Till Backhaus (SPD) sagte laut Pressemitteilung, der Schiffsverkehr in der Ostsee nehme zu und auch die Zahl der Offshore-Windkraftanlagen wachse. "Damit steigt das Risiko, dass ein Schadstoffunfall unsere Ostseegewässer und Küsten bedroht. Welche katastrophalen Auswirkungen so ein Unfall haben kann, führen uns gerade wieder Havarie und Bergung des Frachters Wakashio vor der Küste von Mauritius vor Augen."

Das Havariekommando handelt nach eigenen Angaben im Auftrag des Bundes und der fünf norddeutschen Bundesländer Bremen, Hamburg, Mecklenburg-Vorpommern, Niedersachsen und Schleswig-Holstein.

Quelle: DPA