Hautkrebsvorsorge: Aus Muttermalen entwickelt sich seltener Hautkrebs als gedacht

13. September 2017 - 16:36 Uhr

Nur knapp ein Drittel aller untersuchten Melanome entsteht aus Muttermalen

Viele Menschen leben mit der Angst, dass sich aus ihren Muttermalen eines Tages Hautkrebs entwickelt - aber die ist oft grundlos. Das melden Forscher von gleich zwei italienischen Universitäten. Sie haben herausgefunden: Nur knapp ein Drittel aller untersuchten Melanome entsteht aus älteren Muttermalen. Gefährlicher seien neue Hautflecken, berichten die Mediziner der Universitäten Modena und Reggio Emilia in der Fachzeitschrift 'Journal of the American Academy of Dermatology'.

Aber: 71 Prozent der Melanome gehen auf neue Hautveränderungen zurück

Demnach ist es zwar sinnvoll, Muttermale zu beobachten und sie vom Hautarzt untersuchen zu lassen, wenn sie bluten oder jucken. Immerhin entstanden 29 Prozent der 20.000 für die Studie gecheckten Melanome aus einem bekannten Muttermal. 71 Prozent der Melanome gehen aber auf neue Hautveränderungen zurück. Und die sind zudem gefährlicher (weil dicker) als Muttermal-Melanome.

Dr. Caterina Longo, eine der Autorinnen der Studie, rät deshalb: Checken Sie Ihre Haut regelmäßig auf Veränderungen. Am besten spannen Sie auch Ihren Partner oder Verwandte ein, um Körperstellen zu überprüfen, die Sie selbst nicht so leicht sehen können. Den Rücken beispielsweise oder ihren Hinterkopf. Worauf Sie dabei achten sollten, zeigen wir Ihnen in unserer Bildergalerie.

Hautkrebs zählt zu den am häufigsten auftretenden Tumoren

Da sich der Hautkrebs (auch bekannt als malignes Melanom) zunächst an der Hautoberfläche entwickelt, lässt er sich mit dem bloßen Auge erkennen. Symptome sind auch ein vermehrter Juckreiz an der betroffenen Stelle oder Blutungen.

Hautkrebs zählt zu den am häufigsten auftretenden Tumoren. Es gibt unterschiedliche Arten: Den Weißen Hautkrebs, der meistens im Gesicht entsteht, häufig bei älteren Menschen auftritt und durch UV-Licht begünstigt wird. Und den Schwarzen Hautkrebs, der als aggressivste Form gilt. Die schnell wachsenden Tumore können früh Metastasen bilden, die sich in den Lymphknoten und Organen ansiedeln. Der Schwarze Hautkrebs fordert die meisten Todesopfer unter den Betroffenen, die an Erkrankungen der Haut leiden. Alleine in Deutschland sterben pro Jahr knapp 3.000 Menschen an Schwarzem Hautkrebs.