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Haustiere aussetzen ist strafbar! Das passiert, wenn die Betreuungspflicht missachtet wird

Haustiere aussetzen ist verboten und kann hohe Strafen nach sich ziehen. Besonders in der Urlaubszeit lassen viele ihre Vierbeiner alleine zurück.
In der Urlaubszeit werden jedes Jahr Tausende Haustiere ausgesetzt. Werden die Besitzer erwischt, drohen ihnen hohe Strafen. © Getty Images/iStockphoto, Pekic

Sogar Gefängnis möglich

Sommer, Sonne, Strand – und leider Tausende von zurückgelassenen Haustieren. Eine Geschichte, die sich traurigerweise jedes Jahr zur Urlaubszeit aufs Neue wiederholt. Doch wer seinen Schützling aussetzt, riskiert hohe Geldbußen und im schlimmsten Fall sogar eine Gefängnisstrafe.

Halter muss Verantwortung übernehmen

Wenn die Ferien beginnen, rüsten sich die deutschen Tierheime für eine anstrengende Zeit. Denn immer noch werden viel zu viele Haustiere an Straßen, auf Parkplätzen oder im Gebüsch ausgesetzt – und das scheinbar nur, weil sie der Urlaubsplanung im Weg standen. Das ist allerdings nicht nur moralisch fragwürdig, sondern kann auch rechtliche Konsequenzen nach sich ziehen: Laut Paragraf 3, Absatz 3 des Tierschutzgesetzes ist es verboten, "ein im Haus, Betrieb oder sonst in Obhut des Menschen gehaltenes Tier auszusetzen oder es zurückzulassen, um sich seiner zu entledigen oder sich der Halter- oder Betreuerpflicht zu entziehen."

Geldbußen bis 25.000 Euro

Wie der Hamburger Tierschutzverein informiert, kommt es dabei nicht darauf an, ob für das Haustier eine konkrete Gefahrenlage entsteht: Auch das Anbinden am Tierheimtor ist strafbar. Das Aussetzen an sich ist schon eine Ordnungswidrigkeit, die mit Geldbußen bis zu 25.000 Euro bestraft werden kann. Wenn das Tier dadurch stirbt, ist sogar eine Freiheitsstrafe von bis zu drei Jahren möglich. Mit welchen rechtlichen Konsequenzen der Besitzer rechnen muss, wird im Einzelfall entschieden – vorausgesetzt, er wird überhaupt ermittelt, denn oft bleibt es bei der Anzeige gegen Unbekannt.

Wohin mit dem Haustier im Urlaub?

"Wer ein Tier aufnimmt, übernimmt auch die Verantwortung für sein Wohlergehen", sagt Sandra Gulla vom Hamburger Tierschutzverein. "Es gibt überhaupt keinen Grund, ein Tier auszusetzen. Den Mut, das Tier bei uns im Tierheim abzugeben, muss man zumindest aufbringen."

Doch glücklicherweise wollen die meisten Halter ihren Liebling nach dem Urlaub wieder zurückhaben. Wenn keine Betreuung durch Freunde, Verwandte oder Nachbarn organisiert werden kann und Tierpensionen aus finanziellen Gründen nicht in Frage kommen, könnte eine Aktion des Deutschen Tierschutzbundes eine Möglichkeit sein: Über "Nimmst du mein Tier, nehm’ ich dein Tier" können sich Frauchen und Herrchen finden und die kleinen Schützlinge vorübergehend untereinander abnehmen. Organisiert wird der Austausch von örtlichen Tierschutzvereinen. Wer noch jemanden sucht, der sich während der eigenen Abwesenheit um Katze, Kaninchen und Co. kümmert, kann sich noch bis zum 9. September unter der Nummer 0228/60496-27 über das Angebot informieren. Das Urlaubs-Beratungstelefon ist montags bis donnerstags von 10 Uhr bis 15 Uhr und freitags von 10 Uhr bis 12 Uhr besetzt.

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