Haustiere als Weihnachtsgeschenk: Hund, Katze & Co. gehören nicht unter den Weihnachtsbaum!

Süß sieht es ja aus, dieses flauschige Weihnachtsgeschenk. Aber viele Familien sind nach dem Fest mit dem Tier überfordert. Und dann?
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16. Dezember 2016 - 8:12 Uhr

Niedliche Katzenbabys oder süße Hundewelpen bringen Kinderaugen zum Leuchten. Auf dem Wunschzettel für Weihnachten stehen Tiere immer noch ganz oben. Was passiert aber, wenn ein Familienmitglied allergisch auf die Tiere reagiert oder das Interesse schlagartig nachlässt? Kann ein Tierschutzlehrer in der Grundschule verantwortungsvolles Handeln unterrichten?

Von Jutta Rogge-Strang

Tiere sind keine Weihnachtsgeschenke! Seit vielen Jahren klären Tierschutzorganisationen über die Problematik auf, ein Kölner Tierheim hat über die Weihnachtstage sogar einen Vermittlungsstopp eingeführt. Zum Glück sind die Zahlen rückläufig, die Aufklärungsarbeit zeigt Erfolge.

Das größte Tierheim Deutschlands in Berlin Lichtenberg-Hohenschönhausen bietet Platz für rund 2.000 tierische Bewohner: Die meisten davon sind Katzen, gefolgt von Kleintieren wie Kaninchen, Meerschweinchen, Hamstern, Schildkröten, Ratten und Rennmäusen. Die Anzahl der Hunde bleibt seit Jahren relativ konstant, aber auch Sittiche, Zierfinken, Chinchillas, Degus und Frettchen werden häufig betreut. Dazu kommen gelegentlich Schweine, aber auch Schafe, Ziegen, Pferde, Waschbären, Eichhörnchen oder Marder haben im Tierheim bereits eine vorübergehende Bleibe gefunden, und sogar 26 Affen sind dort zuhause.

Eine bunte Palette der beliebtesten Haustiere, und viele davon wurden kurz nach Weihnachten im Tierheim abgegeben. Trotz der intensiven Aufklärungsarbeit sind Tiere immer noch ein beliebtes Weihnachtsgeschenk, zum Glück sind die Zahlen aber rückläufig: Waren es im Jahr 2013 zwischen Weihnachten und Silvester noch 71 Hunde, Katzen und Kleintiere, wurden 2015 nur noch 47 Tiere abgegeben, so Lea Schmitz vom Deutschen Tierschutzbund.

Tierschutzlehrer sollen in Schulen aufklären

Die Aufenthaltszeit von Hunden und Katzen in Tierheimen hat sich in den letzten Jahren jedoch dramatisch erhöht: In Deutschland warten etwa 25 Prozent der Tiere zwölf Monate oder länger auf eine Vermittlung. Denn obwohl jedes Jahr rund 300.000 Tiere in deutschen Tierheimen abgegeben oder ausgesetzt werden, produzieren Züchter weiterhin Nachwuchs. Und jedes gezüchtete Tier nimmt einem Tier im Tierheim die Chance auf ein neues Zuhause.

Die Gründe, warum ein Tier nach dem Kauf wieder abgegeben wird, sind eigentlich überschaubar: Eine Tierhaar-Allergie, Zeit- oder Platzmangel verhindern oft eine verantwortungsvolle Tierhaltung. Manchmal stellt sich ein Tier aber auch als Fehlkauf heraus: Der Beschenkte sollte sich immer sein Tier aussuchen dürfen, denn wenn Halter und Tier nicht zusammen passen, wird die Betreuung schnell zu einer Last. Es ist eben ein Unterschied, ob man nur davon liest, einen Käfig zu putzen oder dieses täglich selbst tun muss. Und drei Mal täglich mit dem Hund spazieren zu gehen, bei Wind und Wetter oder im Dunkeln, kann in der Praxis zu einer Belastung werden.

Hunderttausende Tiere warten in den Tierheimen auf neue liebevolle Besitzer. Damit die Zahlen weiterhin rückläufig bleiben, bietet der Deutsche Tierschutzbund nun eine Weiterbildung zum Tierschutzlehrer an. Ziel der einjährigen Ausbildung ist es, Unterricht von der Grundschule bis zur sechsten Klasse gestalten zu können. Die Kinder sollen lernen, Zusammenhänge zu verstehen und Konsequenzen zu begreifen, um daraus bewusstes Verhalten abzuleiten. Viele Tiere im Tierheim warten mehrere Jahre sehnlichst auf ein neues Zuhause. Das haben sie nicht verdient.

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